| Deutsches
Reich Berlinischer Republik |
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| Knospenknall im Südwesten Auf der Arenen-Tribüne der „clash of civilization“ lassen zwei Konjunkturritterinnen des schwachen Geschlechts den Amtsschimmel reiten, um die Sach- und Sprachfremden der Zivilisationsersten zu züchtigen – damit die nicht vor Ärger bersten Novelle zur Dr. Regina Görners Nachschrift – Rohtext einer Replik Subalternes
Sirenengeheul der alternativ aliminierten Emanzipationseleven: Demokratisch
legitimierte Deportation der Überflüssigen |
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| Im Parterre, dem Proletarii-Parkett des Gesellschaftsgebäudes trainieren die angeborenen NGO-Impresarios des imperatorischen Husarenstücks den kulturalistischen Akt der Humanitas, spielen sich als teure Notbehelf-Akteure der trikontinentalen Menschenländer auf Flucht auf, mimen als Meetings-Mentoren der metroplitanen Minoritäten. Trotz aller Wehklagen, die sie dem autoritären Appellhof des demokreativen Deportationsmetiers vortragen, gleichen sie einer Witzblattfiguren-Kompanie mit der Beroline-Bibel auf Tournee. Gerade mit ihrem Gutleut-Getue machen sie sich zu Kollaborateuren eines Kommunitarismus, der jedem Enteigneten beim Ausbruchsversuch aus dem Elend eine Promotions-Portion der Prostitution bietet. Für diese besonders besoldete Beschützer-Barkasse der Barmherzigen ist das europoide Schengen-System eine zeitweilig zivilisatorische Schwäche der Bastei-Politokratie und kein epochales Politikum der nordisch-abendländischen Plutokratie. Dieses Kastell-System der globalen Katastrophen-Prävention gründet spürbar auf einem Ausnahmezustand (gemäß dem Lehrgebäude des nazi-nahen Rechtstheoretikers Carl Schmitt), der – wie man vorgibt – durch die beständige Präsenz der eingewanderten Parallelwelten hervorgerufen wurde. Diesem Konstrukt zufolge zielt die Integrationszunft nicht darauf, aus den Leibeigenen der artikulierten Agora vollwertige Untertanen unter der urbanisierten Ägide zu machen, sondern sie profitabel zu verwerten. Fehlt den integrationalen Kolonisatoren der von Hegemonial-Zentren gepäppelten poppigen Projekte das Kleingeld fürs West-Feste-Feiern, wird gleich das Abonnement der humanitär hantierten Solidarität gekündigt und in den Abritt verwiesen. Einziger Fortschritt, den sie polieren, zeigt sich als Gleichschritt mit ethnozentrisch installierten Institutionen. So werden die beschwindelnden Barkassen wie Ausländerbeiräte in die beschwichtigenden Migrationsräte umgemodelt, damit auch die moderigen Selektionssysteme der Integrationsindustrie modernisiert. Schwäbischer Schmelz des nackten Hauptes Nach Nahrhaftem stöbert gemäß diesem totalitären Torso postmoderner Sozialarchitektur die Schwäbin Annette Schavan, die nette Mutter der ethno-europäischen Leitkultur, indem sie mit einem Kopftuchverbot zauberhaft versucht, das Torkel-Totem der zivilisationsbedürftigen Zugewanderten-Zirkel abzuhängen, die orientalischen Schläfer aus ihrem netzwerkmeisterlichen Nest zu locken und die arischen Abendländer von ihrem schäbigen schlaftrunkenen Befinden zu befreien. Fernerhin hält sie für wahr, das Gegenfeuer der Berserker- bzw. Barbaren-Barken vor der Barden-Bastille des bourgeoisen Bravourstückes allemal auspusten zu können. Es ist bei diesem Genre des Schwadronierens im Schwange, genetische Merkmale malzunehmen, um die Geometrie der sozialen Hierarchien in die Reihe zu bringen. Schließlich erwiesen sich die ethnischen Nischen als weitaus friedlicher als ihr gefährlicher Ruf, der Megäre der Agora-Mieseren Gehorsam zu leisten. Schavans Sanktionen aber lassen schwanen, daß hier fundamental die Charakteristika einer Kaste der Avantgarde hervorbricht, die es nicht fertigbringt, die Kriegsbeil zu graben. Denn es dreht sich bei allen Manövern von vorn um das Recht der Stärkeren auf das aneignete Anwesen. Die schicksalsschwangere Schwäbin der monekratischen Schickeria errang auf ihrem Kreuzzug gegen die Scharia-Sultaninnen im Souterrain der millennaren „Millet“-Montage ziemlichen Ruhm, den sie nun nicht aus der Hand geben will. Ihre Staatskunst-Aktzien bewegen sich auf der Schwarzen-Stiege der christlichen Demokratie-Domäne steil aufwärts. In den Breiten unter dem Hesperus avancierte der Terminus Islam immer phänomenal und artikulierte lachhaft entwürdigende Allegorien wie Harem und Harlekin, Emiren und Eunuchen, Eremiten und Haremiten, Turban und Tyrann, Ottomanen und Odalisken... Darauf beruht der auch heutig standardisierte Erkenntnisstand des herkulisch aufgeklärten Euramerika. In diesem Gemeinplatz, dem überbetonten Toleranz-Torso spielt das schwache Geschlecht eine Extrarolle, auf das sich das maskuline Augenmerk richtet. Als befreit betrachtet es jene Frauenbilder, die sich gemäß den Maßstäben der westwerten Textilien bedecken. Beachtliche Meriten haben daher die muffigen Muftis des Metiers integrationaler Migrationskontrolle demnächst vorzuweisen, indem sie vor ihren vorgesetzten Ministerialen auflisten, wieviel Kopftücher sie heuer entsorgen konnten. Bedeckt müssen sie gegenüber den Kleingläubigen mit den Dogmen der Drama-Druden halten. Fernerhin genießen die Kolonisatoren-Kompanien der autochthonen Majorität im Tätigkeitsfeld mit den integrationsbedürftigen Allochthonen gewisse Immunität, wenn sie dem richtigen, nämlich westlich werthaltigen Kulturkreis angehören, sich als Stammhalter der christlich-abendländischen Aureole sowie als Brustwehr-Söldlinge der supranational-superimperialistisch souveränen Trustburg-Bourgeoisie etablieren. Ihre Mitgesellen mit einem anderen, kulturell reduzierten Hintergrund fungieren meist als Laien und Lakaien, deren Muß darin besteht, die ihnen mental aufgehalsten amtlichen Maßregeln den marginalisierten Minoritäten-Massen zu verdeutschen. Natürlich gibt es auch exotische Exponenten mit dem Glücksbringer, die sogar auf ein Mandataren-Mandat im parlamentarisch politierten Possen-Parkett hegen, wenn sie die visionäre Wendigkeit erworben haben, mit den Wölfen zu heulen. Wer weiß, wann das Teutomanen-Reich an die Einsicht gelangen wird, seine Colin Powells und Condoleezza Rices hervorzuragen, die als Wasserträger der hegemonial expansionistischen Tretmühle glanzvolle Dienste leisten, wie man sie unter dem Ansehen des Theatercäsaren im Weißen Haus wahrnehmen kann – in der von Epauletten-Eliten gemanagten Manege sowie in der Menschen-Menagerie einer ermatteten Erde. Im Makrokosmos der Leitkultur-Kurtisanen: Schwarzen-Winter-Sirene vor dem Knospenknall Nicht so wie die schwäbische Sultanin Annette Schavan kann sich die Ministerial-Madame auf dem saarländischen Sattel des Amtsschimmels „Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales“ auf weiteren Aufstieg auf der Schwarzen-Stiege hoffen. Dennoch gilt ihr herrisch experimentiertes Bravourstück, DIE BRÜCKE durch mancherlei selektive Sanktionen der Budget-Bürokratie aus dem Weg zu räumen, ein Paradefall. Die tüchtige Dirigentin dieses germanisch manischen Spektakels wiederholt ihren festgewachsenen Standpunkt in einer Replik auf eine Anfrage des saarländischen SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, Jo Leinen, mit folgenden standardisierten Worten: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, herzlichen Dank für Ihr Schreiben wegen der Einstellung der Landesförderung für die Vierteljahreszeitschrift „Die Brücke". Entscheidend für die Einstellung der Förderung ist, dass der weitaus größte Teil der Bevölkerung durch die Vierteljahreszeitschrift in der Vergangenheit nicht erreicht wurde. Dies wird durch die geringe Anzahl der Abonnements und durch die sehr begrenzte Auflage belegt. Ein sehr großer Teil der Exemplare geht zudem an Leserinnen und Leser außerhalb des Saarlandes, nach unseren Erkenntnissen verbleiben deutlich weniger als 1/3 hier im Land. Angesichts der Ihnen ja auch aus Ihrem Handlungsbereich bekannten prekären Haushaltssituation in allen öffentlichen Kassen erschien es deshalb nicht mehr vertretbar, die Vierteljahreszeitschrift zu fördern und dafür andere wichtige Integrationsprojekte mit vor Ort nachvollziehbaren positiven Wirkungen in der Förderung zurückzuführen. Diese Entscheidung erscheint auch deshalb nicht nur verantwortbar, sondern richtig vor dem Hintergrund, dass die wichtigen Themen „Migration" und „Integration" in den letzten Jahren erfreulicherweise sehr stark in allen Medien als gesellschaftliches Thema behandelt und bearbeitet werden, so dass es hierdurch gelingt, der breiten Bevölkerung Informationen über Hintergründe und Probleme von Migration und Integration zu vermitteln. Die Einstellung der Landesförderung für die Zeitschrift „Die Brücke" beeinträchtigt deshalb die breit gefächerte und in vielen Medien fachlich außerordentlich qualifizierte Information der Bevölkerung über die angesprochenen Themenkreise nicht. Vor diesem Hintergrund bitte ich um Verständnis dafür, dass ich die in dieser Sache getroffene Entscheidung nicht verändern werde. Mit freundlichen Grüßen Dr. Regina
Görner Augenfällig ist bei dieser Retourkutsche, daß deren Wortlaut auf die Druckspur eines Plagiats aufweist, einer Imitation jedenfalls. Denn ins Gedächtnis ruft er prompt das Nein-Schreiben des Büroleiters (zuständig für die Subventionsstrukturen assimilatorischer Engagements) vom 21. Dezember 2003 zum eingereichten Antrag der Redaktion DIE BRÜCKE aufs Sponsoring aus dem Fördertopf für frei-gemeinnützige Initiativen (siehe Heft 131, Seite 3 f.). Darin heißt es u.a.: Der weitaus größte Teil der Bevölkerung wird durch ´Die Brücke‘ nicht erreicht. Dies wird insbesondere durch die auf 1.000 Exemplare begrenzte Auflage und die geringe Anzahl der Abonnements deutlich. Darüber hinaus wird das Thema Migration und Integration in den letzten Jahren von den Medien verstärkt als gesellschaftspolitisches Thema ´aufgegriffen‘ und bearbeitet. Aufgrund der Entwicklung der Kommunikationstechnologie ist der Zugang zu diesem Themenkreis in einer großen Vielfalt für alle Zielgruppen der Gesellschaft möglich... Ob man Dr. Görners aktuellen Briefinhalt als eine imitierte Auflage dieses professoralen Papiers einstufen sollte oder umgekehrt als gemeingültigen Urtext, dahingestellt ist eine solche Formalie. Was vielmehr zu registrieren gilt, ist das Faktum, daß das Amtsoberhaupt von Anfang an die Zügel fest in der Hand hatte, jene legalitären Foren zu züchtigen, welche sich mit dem generalgeprobten Gegenfeuer eines globalen Apartheidregimes befreunden. Besonders auffällig bricht daher in dieser zensurreif inszenierten Dramaturgie der Tartüffe-Theatralik die Zerstreutheit des Urhebers hervor, da die signierende „Multi-Ministerin“ nicht mehr glatt dem Ressort der Migranten-Mission vorsitzt, welches seit dem Spätsommer 2003 wirbelig im Haus des Innenministeriums werkelt. Im Personal der dortigen Bürokratie sieht Dr. Görner, die ihre missionarisch elfenhaften Allüren darauf stützt, als Ex-Padrona der Gelbe-Punkt-Aktion „Macht meinen Kumpel nicht an“ von der DGB-Jugend mitgewirkt zu haben, scheinbar ihre hörigen Göre. Ins Gewicht fällt sie gerade mit ihrem Gutleut-Getue als primäre Primadonna der neorassistischen Singakademie der stattlichen Staatskunst, deren berufsständischen Prätorianer verblümt mit dem Toleranz-Tamtam und blumig unter der zitadellenzivilisatorischen Standarte skandierend paradieren. Oder sie skandieren paradierend im Wirkkreis der „unsichtbaren Hand“ mit hintergründen Absichten, daß nur derjenige sich leistet zu tolerieren, der über auskömmliches Gewaltmittel verfügt zu eliminieren. Mit dem abermalig betonten Hinweis auf die Bandbreite der Abonnenten gibt sich die christlich-(demokratisch)-abendländisch kreischende Regenschaft auch an der Saar noch einmal eine Blöße, was ihren herrischen Habitus angeht: Diktum versus Dialog! Mit Vorschußlorbeeren entschuldigt sie die Hofschranzen ihrer Reichweite und bedient sich der Phrase der „prekären“ Löcher „in den öffentlichen Kassen“. In Nibelungentreue zum merkantilen System der niederwärts kursierenden Universalien animiert sie damit einen Geniestreich und mimt als dessen Hauptfigur bei der Premiere hinter den inzwischen privatisierten Machtmauern. Brief und Siegel gibt sie den Demokratie-Verdrossenen dennoch nicht. Schwarze Schanze der moderigen Oden und maroden Episoden Als eine Lachnummer entpuppt sich der herrische Fingerzeig auf „prekäre Haushaltssituation“, wonach die Option, DIE BRÜCKE weiter am Fördertropf hängen zu lassen, zur Folge habe, „andere wichtige Integrationsprojekte mit vor Ort nachvollziehbaren positiven Wirkungen in der Förderung zurückzuführen“. Welch ein Armutszeugnis: Der beantragte bzw. zuvor bezogene Betrag durfte sich auf nicht höheres belaufen als das Monatsgehalt eines Ministerialen. Die Portefeuillepatin der „wichtigen Integrationsprojekte“ und promovierte Historikerin auf dem Machtsessel mag sich nicht lumpen lassen, wenn sie zum Wohlbefinden ihrer Wetterfahnen ihr Scherflein beiträgt. Doch ihre Heidenarbeit, DIE BRÜCKE in ihrem dreiundzwanzigsten Jahrgang zum Einsturz zu bringen, stützt sich auf ein ideologisches Postament, wo neben den eifrigen Kolonisatoren-Kolonnen nur noch ihre kollaborationsbereiten Kumpanen aus den kolonisierten Quartieren vor dem rotierenden Rotstift nicht zu fürchten brauchen. Sie können von der stabilisierenden Korona der systematischen Patronage-Parties sogar noch noblere Protektionen erhoffen. Über welchen allseitig kollektiven Gehalt diese „wichtigen Integrationsprojekte“ auch immer verfügen mögen, die Kernmerkmale ihrer Meriten entsprechen den völkischen Momenten des Deutschen Reichs in der bundesdeutschen Kontinuität. Fest verankert daran ist auch das gesamte Management der integrationalen Manege und migrantischen Menagerie. Die Schwarzen-Ministerin legt dadurch augenfällig zu Tage, daß sie als die Schramme-Sachwalterin ein Lehrgebäude präsentiert, welches sich erkühnt, den Lebensweltenlauf im Alleingang zu bestimmen. Damit erweist sich auch das Integrationsgehabe als zeitweiliges Instrument zu beschönigen, was auf der ethnisierten Ebene der Event-Allüren als grausige Grimasse hervortritt. Dieses Gedankengebäude funkelt in seinem Höchstmaß auch so doktrinär, daß es nur noch als emanzipatorische Avantgardenart akzeptiert, was im Dienste einer arisch archaischen Aristokratie zusammenwirkt – als nichtregierungsorganisiert orakelte Operation auch im gesamten Sozialareal. Kontra-dialektisch und dilettantisch zugleich, aber auch delphisch trumpft hier der Zeitgeist-Herold auf, triumphiert cäsarisch, liest Leviten, lamentiert und attackiert alles als Kauderwelsch, was droht, sich vom Lager zu erheben. Alterierte Maskeraden-Metapher der alternierten Allotria Die kulturalistische bzw. neorassistische Allegorie des globalisierten Pinkepinke-Primats ist im Kernsatz nicht weniger Grobian als die des biologischen Rassismus. Sie ist nur zeitgenössisch und läßt sich zugleich in der Praxis der Antiterror-Torturen zur Kenntnis nehmen. Es genügt beispielsweise der Sicherheit heischende Eilblick in die registrierten Personaldaten einer allochthonen Einwohners, der einen morgenländish-islamischen Hintergrund eignet, um ihn in den Ordner der Schläferscharen zu ziehen. Das gegenwärtig Gefährliche des kulturalistischen Lehrgebäudes steckt aber auch in seiner universal akklamierten, unentwegt akklimatisierten Maskerade, deren Mentoren und Mimen sich so geistvoll kostümieren und so köstlich die Glorie konsumieren, daß sie wissen lassen, selbst das Gras wachsen zu hören. Abgesehen davon überläßt die Görnersche Gönnerschaft die Aufklärungsaura lückenlos den byzantinischen Janitscharen einer sensationslüsternen Journaille, welche die Versatzstücke ihrer ideologischen Donnerbüchse dem gleichen ethnozentrischen Memory entnehmen, dessen sich die militanten Jünger des germanisch-arischen Volkstums nach wie vor wonnevoll bedienen. Aber auch sie wollen die eingewanderten Leibeigenen nicht restlos aus dem „tausendjährigen Reich“ weisen, sondern ihnen den Zugang zu der derzeit selektiv betriebenen Assimilationsapparatur erschweren, wenn nicht absolut verschließen. Hier läßt sich die massige Maskeraden-Metapher kaum noch übertreffen: Die im Rahmen der integrationalen Rumoren und vor den frohgestimmten Junioren-Foren der Spaß-Society konzertierten Anti-Rassismus-Arien unterhalten die Untertanen einer Feste Europa, die entmenschelt, entfremdet und sich auf dem postmodernen Postament der ethno-kulturell projektierten Unterschiede auftürmt. Daß die poppigen Oden dieser Komödianten-Kompanie gegen die Gewaltorgien vom extrem-rechten Rand den Postenpoeten die Tantiemen sichern und daß sie daher die völkischen Nischen gegebenenfalls eigenhändig erdichten müssen, dafür liefert die V-Männer-Episode im Zusammenhang mit dem NPD-Verbotsprozeß einen nackten Fingerzeig. Offen bleibt nach wie vor der Nachweis für das Szenarium eines bewußt bewerkstelligten Possenstücks mit Jungnazis, um das breite Publikum des Krisenkometen andersartig zu beschäftigen und seine potentiellen Konfliktkräfte graziös zu beschwichtigen. Der budget-bürokratisch sanktionierte Kampf gegen den Extremismus am rechten Rand läßt sich als eine Burleske beschreiben, welche die publikumsdurstigen Fraktionssenioren und die tatenbedürftigen Projektjunioren zum beiderseitigen Pläsier miteinander inszenieren und mimen. Alles, was ihnen mies vorkommt, erklären sie zum antisemitischen sowie neonazistischen Mißwuchs und brüskieren jene simpelhaften Brutalos, ohne die die Szene über keinen sensationskräftigen Wert verfügt. Und die als bodenständige Halunken instrumentalisierte Seite verhält sich wie der Teufel, der in der Not Fliegen frißt. Hier wird der kritische Blick aufgefordert, lieber auf die verschwörungstheoretischen Furchen zu fokussieren, als sich der tölpelhaften Trautheit zu den Informationsfluten hinzugeben, sich von ihnen nicht blockieren sowie ins Bockhorn jagen zu lassen. Für die sozial patriarchalische Geometrie der spät-kapitalistisch ständegesellschaftlichen Regimenter gelten die migrantischen Proleten und Metöken weiterhin als „Problem“, wie es von den Epigonen des prosaischen Obrigkeitsopus, den Feuilltons-Fanfarons, medialen Federhelden des national homogenen Holdings popularisiert wird. Anders können sie auch nicht. Um ihren Geschäftsschluß flott gehen zu lassen, müssen ihre Redaktionen unter der Standarte des Spaltenden stolzieren, das Zerwürfnis der metropolitanen Gesellschaft real-kosmopolitaner Gegenwart vervielfachen, indem sie die Population einer zukünftigen Bürgerrepublik ins Echt-Teutonische und Noch-Nicht-Teutonische dividieren. Bisher waren es die Türken, jetzt die „Russen“, die das Problemport der präpotenten Krisenflotte bevölkern. Bald werden es die Erwerbslosen und Unterbegüterten sein, denen die militant journalistische Jubel-Architektur der globalen Kastenpyramide auch den Stempel eines kulturell untermenschelten Schwarms aufdrücken kann. Die substantielle Formel dieser architektonischen Nischen besteht aus den professionell proportionierten Paradestücken und attraktiven Attributen wie: christlich-abendländisch versus muslimisch-morgenländisch, metroplitan versus trikontinental, besitzständ-patrizisch versus sozial-parasitisch, merkantil versus subsistenz-existential, monetär versus humanitär, autoritär versus legalitär, extravagant versus egalitär, profitabel versus provinziell, korporativ versus kollektiv, konsumistisch versus kommunistisch, kommunitaristisch versus kosmopolitisch... Auf dem Olmyp der öligen Oligarchien Was wohnt dem Wortgetue „fachlich außerordentlich qualifizierte Information“ überhaupt inne, wenn nicht hohe Profitraten durch rohe Auflagen? Was bewirken die geselligen Gehilfen der medialen Zunft allen Ernstes? Trompeten sie nicht das Jägerlatein aus, daß die Horden Allahs überall lauern und jedem Muslim nebenan, in der Dönerbude oder im Gemüseladen, ein osmanischer Osama (bin Laden) steckt? In jedem „Russen“ eine Mafia-Mulatte? Welches mediale Konterfei manifestiert sich in den Köpfen der stattlich aufgeklärten, mündigen Staatsbürger, wenn nicht jene rostige Tretmine, welche selbst in der Sinnesart derer schlummert, die versuchen, mit ihrem eurozentrierten Geschreibsel an Statur zu gewinnen? Daß sie im Feuereifer, die Fratze des Phantoms zu projizieren, auch die Fäden der gewaltbereiten Konflikte spinnen, braucht hier nicht extra ausgeführt zu werden. Der hartleibige Leitgedanke, dem haarigen Blätterwald DIE BRÜCKE den Steg zum öffentlichen Fördertopf zu blockieren, liegt darin, daß sie all die oben angetippten Fragmente verwerfen kann, weil ihre Fertiger-Kollektive freiwilliger Tätigkeit die kosmopolitische Komponente der human-sozialen Strukturen ans Herz legt. Das paßt weder dem kulturalistisch zu kommentierenden Ministerialen-Verständnis noch dessen hart gekochtem Attacken-Akt gegen den Besitzstand der Arbeitskraft. Um über den Fetisch der Lohnarbeit eisern die Hand zu halten, sucht die autoritätsorientierte Oligarchie Zuflucht im Zensur-Dschungel mithilfe des real existierenden Paragraphenzyklus. Dabei kommt jegliche Form der Demagogie auch höchst demokratisch vor. Der Rausschmiß der Vierteljahresschrift DIE BRÜCKE aus Fördertopf reflektiert nur den Akt der Generalprobe eines Szenariums, die system-synthetische Kluft zu kontrollieren – den abartigen Abgrund zwischen denen, die dazugehören, und jenen, die draußen bleiben. Auf diesem kulturalistischen Pfad spät-kapitalistischer und super-imperialistischer Tugenden erweisen sich die autonomen Migrationsmomente als paranoide Promotionsprosa über den Fahrstreifen in der Fährnis. Als gerechtfertigt im zivilisatorischen Kontext gilt, wenn die drakonische Armada des Reichen-Reichs ihren mondialen Vorstoß pausenlos fortsetzt, wenn seine Planierraupe bis in den letzten Winkel des Erdenrunds jegliche Strukturen durchpflügt und traditionelle Hauswirtschaften brandschatzt. Als apokalyptische Perspektive wird dann pervertiert, wenn die militaristischen Vertriebsagenten des merkantilen Glücks auf das Gegenfeuer stoßen. Daraus leiten die Mentoren der metropolitanen Intelligenzbestie das drohende Flackern einer globalisierten Intifade her, die sich auch in Gestalt von migrantischen Invasionsheeren der Enteigneten hervortreten läßt. ***** Das soziale Schlachtfeld expandiert erdweit und verschont die Breiten der Zivilisationszentren nicht, deren Patrouillen-Patrone – nach wie vor unter dem Gedankenstaub der Menschenrechtsersten – ihre Retourkutsche nur noch darauf zielen, Unmut zu attestieren und Haß zu säen. Der Planierraupe der neoliberalen Nobilität, gelenkt von der „unsichtbaren Hand“ der Global Players alias Marktkräfte, aufgetankt von der Kahlschlag-Kamarilla im Postszenium und angeheizt von der Fanfaronaden-Fraktion der dem Mammon frönenden Mediakratie, treibt vorwärts, um den Humus des Humanen auszutrocknen. Um den ständegesellschaftlichen Handstreich auffangen zu können, ist langer Atem und kollektiver Zusammenhalt auf weite Sicht vonnöten. Dazu gehören unverkrampfte Stützpfosten jenseits der neoliberal nivellierten Marktgesetze und Laisser-aller-Allüren des nimmersatten Besitzgötzen. Darauf wird das Blätterwerk DIE BRÜCKE stehen müssen. Als eines solcher Blätter, die sich ein Herz nehmen, wider die Renaissance der neorassistischen Intelligenzia Teutoniens an neue Ufer des Epochalen zu gelangen, wird sie sich immer verstehen und als Morgenröte über der Biosphäre der Hominiden kreisen. Nicht das Gangbare unter systemischen Asymmetrien wird sie zu assimilieren testen, sondern wie bisher auf die elementare Kritik setzen und auf antiimperialistisch humanitäre Ästhetik. Necati
Mert
Die literarische Stil dieses kritischen Konglomerats mag den meisten Leseratten der deutschsprachigen Dichtkunst ungewöhnlich, wenn nicht merkwürdig und wildwüchsig vorkommen. Sie fordert dennoch heraus: Wer vor dem Novum in Angst gerät, sitzt in der Nebelzone der Normativen fest und verpaßt die Impressionen von ex oriente lux.
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