IN DEN KULISSEN DER TEUTOZENTRALE

Deutsches Reich Berlinischer Republik

Kalter Knospenknall im Nordwesten

Auf der Arenen-Tribüne der »clash of civilization« lassen die Konjunkturritter den Amtsschimmel reiten, um die Sach- und Sprachfremden der Zivilisationsersten zu züchtigen

Neusommer-Notate von Necati Mert

 

Migratorischer Mikrokosmos

Die deutsche Sektion der neurechten Internationale, der ideologisch der europoide Franzose Alain de Benoist vorsteht, sichtet mit ihren Devisenreserven wie „Recht auf Unterschied“ und „Ethnopluralismus“ in der nordwestwärts marschierenden Massenmigration den schicksalsschweren Schlag für die Zukunft der Zivilisationszentren. Und sie bemäkelt an den gutmenschenden grünen Matadoren in der parlamentarischen Arena, dem Thema mit einem Tabu in die Quere zu kommen. Ein trauriges Kapitel im ethnozentrischen Opus?

„Der Prozeß gegen Kaplan wird als Präzedenzfall dienen, daß man es mit der Genfer Flüchtlingskonvention künftig nicht mehr so genau nehmen muß. Denn im neuen Zuwanderungsgesetz wird es verschärfte Ausweisungs- und Abschiebungsbestimmungen geben.“ (Ulla Jelpke in „junge Welt“ vom 28. Mai 2004)

Die Kampagnen-Kader der „konservativen Revolution“ brauchen in Bezug auf die vaterländischen Gegenwehr-Gedanken nicht die große Klappe zu schwingen. Die Palette der Sondergesetze weitet sich mit der allparteienkoalitionär eingefädelten Novelle „Zuwanderungsgesetz“ säuberlich aus. Die Jagdszenen der Razzia-Regimenter nach den eingeschleusten Handlangern der Schwarzarbeit werden mit der Sektion der Schläfer-Schupos komplettiert. Ihr Geschäftsbereich erstreckt sich von der Aufsicht der Moscheengänger des Freitagsgebets über die Döner-Buden-Brüder bis zu Kopftuch-Konsumentinnen.

Während die Antiterror-Tortur der Timokratie den defekten Erdball in den Orkus stößt, das Naturreich in eine Deponie des Dolce-vita-Demos ummodelt, defilieren die Sachwalter der demographischen Diskurswerkstatt mit der Blütenlese im Geflecht „Migration“. Um den besten Köpfen auf dem globalen Menschenmarkt den Einlaß in die Bastei der Begüterten zu erleichtern, wenden sie sich einer Apartheid-Architektur zu, um die Überflüssigen der soziablen Überschußgesellschaft systemgerecht zu sondieren und souverän zu entsorgen.

Gegen Ende Mai 2004 brach hinter den Silhouetten der Berolina jener „geschröderte“ Zuwandertag an, der allen Teilnehmern des nationalen Einheitsbreis merkbare Meriten verhieß. Der nivellierte Rechtsschwenk der übermütigen Unterhändler verknüpft die humorig hantierten Ambitionen des Hegemonialkartells mit dem Horizont der Humanität. Er rechtfertigt die Drangsale der Migranten, die Außerhalb des nationalen Sicherheitskordons plaziert werden. Sogar die langjährig umfeilschten Maßregeln, die allochthonen Einwohner ins Joch zu spannen, erweisen sich plötzlich als geringwertig, weil die Schläfer-Schupos den „Kalifen von Köln“ nicht in Fesseln legen konnten, nachdem die Justiz seinem Abtransport in die Türkei freie Bahn gegeben hatte. Tagelang beschäftigte der Fall erstklassig die mediale Tretmühle. Ein inszeniertes Bravourstück, um mögliche Schwächen im strengen Fremdenpolizeigesetz, respektive „Zuwanderungsgesetz“ noch rüstiger zu restringieren. Der so rekonstruierte Staatsapparat wird bald alle marginalisierten Schichten umfassen. Die Potentaten parlieren pompös.

Zivilisatorischer Mindeststandard lautet die Mentoren-Manier in der Grabesnacht der eingeschärften Departure immerfort. Das Gesellengeschreibsel der mass-medialen Gilde regeneriert den mentalen Rivalenritus der maroden Regimenter. Im kriselnd kreiselnden Kometen der Metropolitan-Kommunität markieren sie die überfüllten Depots der untermenschelten Deportees, die sie zuvor als Schläferschergen separieren. Das Groß-D-Land nimmt mit dem Reformrepertoire seines Fremdenrechts eine pathetische Position ein, ein Reich der ausgereift gesunden Bürger zu werden. Das landläufige Staatsbürgerrecht sperrt alle aus, die kein Erwerbseinkommen nachweisen können und eine Vorstrafe auf Lager haben.

„Kriminelle“ werden abgeschoben, abgelehnte Asylanten sowieso, aber auch Kranke. Ein in Frankfurt am Main geborener 27-jähriger schizophrener Patient gilt amtlich als aussichtsloser und teurer Fall, weil seine Pflege in der geschlossener Anstalt pro Monat 7000 Euro kostet. Er muß weg, zwei Beamten und ein Arzt haben seine Übergabe an die Flughafenbehörde am Bosporus zu begleiten. Dort landet er auf der Gasse. Sein Pech ist, wie Canan Topçu in „Frankfurter Rundschau“ vom 2. Juni 2004 schildert, daß er wegen seiner Krankheit nicht Bürger des Landes werden konnte, in dem er zur Welt kam, aufwuchs und auch krank wurde.

Die sonst ausgeklügelten NGO-Aktivisten werfen den bundesdeutschen Regimentern kein sträfliches Vergehen vor, sondern nur unvollkommenes oder unterschwelliges Vermögen, weil ihre Abschiebemaschinerie mit behelmten und maskierten Beamten die abgelehnten Flüchtlinge in die Biotope der Menschenrechtsverletzer befördert.

126 Deportees kamen während der Abtransportaktionen um Leben, 45 davon durch Suizide. Über ein Hafthaus für „Abschüblinge“ verfügt jeder mit einer Marke „international“ versehende Flughafen des Groß-D-Landes. Abschiebeknäste, Ausreisezentren, Asylantenunterkünfte, Residenzpflicht, Arbeitsverbot u.a.. Das sind keine Folgen rassistischer Anstalten, sondern bürgerlich-demokratischer Praktiken.

„Otto Schily, Günther Beckstein und Peter Müller ... brauchen die öffentliche Wut auf Mehmet und Kaplan. So müssen sie die geplanten Gesetzesverschärfungen nicht einmal rechtfertigen. Das Kaplan-Geschrei übertönt jede Kritik, von Amnesty, vom UNHCR oder sonst wem. Wenn zum Beispiel flächendeckend eine zweite Sorte Abschiebehaftanstalten, sogenannte Ausreiselager, geplant werden; wenn die Rechtswegegarantie für ‚Abschüblinge‘ weiter verkürzt oder ganz abgeschafft wird; wenn auf die gesundheitliche Gefährdung durch die Abschiebung selber oder durch die Verhältnisse im Zielland grundsätzlich keine Rücksicht mehr genommen wird. Die Kritiker sagen, Richtschnur solcher geplanter Grausamkeiten sei nicht das Menschenrecht auf Asyl, sondern die Haltung: Flüchtlinge sind tote Kosten.“ (Albrecht Kieser in „junge Welt“ vom 5. Juni 2004)


Dozieren aus dem Deportationsdossier

Für etliche NGO-Emissäre und vielerlei Sprachrohre der „marginalisierten Minderheit“, die das aktuelle linke Spektrum kennzeichnen, wird die Übergabe des Karikatur-Kalifen Metin Kaplan an die türkische Justiz auch die Deportation anderer als „gefährliche Ausländer“ eingestuften anerkannten Asylanten ermöglichen. „Das einst so gebräuchliche Wort ‚Gastarbeiter‘ ist aus der Mode gekommen, die damit verbundene Vorstellung aber ist lebendig und zeigt sich regelmäßig bei Debatten über nicht deutsche Delinquenten,“ bemäkelt Deniz Yücel in „Jungle World“ vom 2. Juni 2004. „Ob Islamisten, Dealer oder PKK-Aktivisten - immer, wenn irgendwelche Kanaken sich nicht so verhalten, wie es die Deutschen gerne hätten, besinnt man sich darauf, wer doch nur ein Gast ist, der bei ungebührlichem Verhalten vor die Tür gesetzt werden darf.“ Und daß der Operettenkalif in Kolonia, der seit 23 Jahren hier lebt, als ein deutscher Islamist gilt, wird wie Luft behandelt. Indem man ihn samt seinesgleichen fortscheucht, glauben die Weissager der „inneren Sicherheit“, eine Siegestrophäe auf der Kampflinie gegen die Terrortücke einheimsen zu können. Was passiert aber mit dem nächsten Sproß aus der selbstgerechten Miniaturdynastie des Kölner Krakeel-Kalifen, Fatih Kaplan? Wird man sich dieses Falles auch auf die Art und Weise des Hinausfeuerns entledigen können? Werden die stümperhaften Tüftlergenies des Novellen-Novums „Zuwanderungsgesetz“ bald auch demokreativ am Grundgesetz kritteln müssen? Denn er gehört zu jener Population der 600 000 Ex-Orientaler, welche die bundesdeutsche Staatsbürgerschaft aufweisen.

Eine einigermaßen anschauliche Position. Wie verdienen sich aber die meisten Toleranz-Advokaten des Sonderfalls Kaplan die Sporen? Sie nehmen dem medial moderierten Debattendeal zum Exempel, ihrem kurdophilen Gebaren Ausdruck zu verleihen und die Türkei eines bestimmten Weltbildes an den Pranger zu stellen. In „Frankfurter Rundschau“ vom 3. Juni 2004 bedient sich Dieter Balle anhand eines Gesprächs mit einem Mitglied des Istanbuler Menschenrechtsvereins (IHD) den banalen Gemeinplatz, die Frage zu stellen: „Faires Verfahren oder Folter im Gefängnis?“ Und die Antwort, das trifft sich gut: „Für diesen Fall gehen wir von einem Risiko für sein Leben aus. Die Wahrscheinlichkeit, daß Metin Kaplan gefoltert und schlechter Behandlung ausgesetzt wird, ist nach unserer Einschätzung äußerst hoch. ... Als Islamist und Gegner einer laizistischen Türkei wird er vom kemalistischen Staat als reelle Bedrohung angesehen, was seine Zukunft ungewiß erscheinen läßt.“

Da ist die laizistische Türkei, der kemalistische Staat - ein Ungetüm für ethnoeuropäische Freiheitsfedains? Die Duellanten der Demokratur-Domäne werfen den Fehdehandschuh hin, bürden den Widergängern der imperialen Apartheid- und Kastenpyramide die Allegorie der diktatorischen Delinquenten auf und zollen den dilettantischen Kumpanen des globalen Komplotts Beifall. Nicht der Ausblick auf einen realen Emanzipationseffekt inspiriert die linkslustigen Zitadellen-Zöglinge des zivilgesellschaftlichen Zirkus, sondern das altüberlieferte Ressentiment. Das Kaplan-Gebrüll gegen den Laizismus vernehmen sie mit Freude. Als ein extremes Exemplar gilt für sie das Überdauern des Kemalismus, der dem neo-kolonialen Kompagnon und Lehnsystem der Leibeigenen den Kampf ansagte. Hierzu Silvia Hallensleben in „Freitag“ vom 28. Mai 2004:

„Denn trotz aller unbestreitbaren emanzipatorischen Defizite der Türkei vor allem in den ländlichen Regionen gibt es hier doch seit den laizistischen Reformen der zwanziger Jahre auch traditionell eine aktive Frauenförderpolitik, die etwa dafür gesorgt hat, dass die akademische Frauenquote weltweit an der Spitze liegt.“


Eurovision Song Contest – der Triumph der Sonnenkäfer in der Megapolis Istanbul

Groß-D-Granden, die sich graduell für die wilhelminischen Ambitionen einer Bagdadbahn über Balkanien und Anatolien erwärmen, wurde am 15. Mai 2004 ziemlich die Suppe versalzen. Ihr Orientexpress mit einer Ballade des Landshuter Bardenjünglings Max Mutzke kam vom Westufer des Bosporus nicht weiter. Trotz aller alterierten Allüren seiner Impresarios, in der Arena Abdi Ipekçi (der vom Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca ermordete Journalist) das Terrain so zu sondieren, daß der Bravaden-Barde Allemanias die Palme des Sieges errang. Er erreichte mit seinem Soulrock, dem Türkischen im zweiten Refrain mächtig und des Jubels des Publikums sichtlich sicher, nur den achten Rang.

Ein Reinfall, auch wenn das den Lorbeerenkranz für die Konkurrenten aus anderen Provinzen Kerneuropas bedeutet? Ärgernis erregte eigens, läßt sich den gängigen Randvermerken entnehmen, der Fehltritt jener Menschenländer, durch die der Expansionszug Nonstop tuten soll. Die einkalkulierte Ekstase für das Vierte Reich Berliner Republik erwies sich als etwaige Eulenflucht. „Besonders enttäuschend und wahrscheinlich ein schwerer Rückschlag für die EU-Beitrittsbestrebungen der Türkei war, dass die Türken Max bloß fünf Punkte zugestehen wollten,“ bemerkt Martin Schwarz in „Jungle World“ vom 19. Mai 2004. Stellvertretend für den gewohnten germanisch manischen Tastsinn bemäkelt er das Wohlgefallen „Ethno-Pop am Rande des Kontinents“ und bemängelt die Bandbreite der Halbwüchsigen-Flut Eurasiens, indem er auf die Triumphatorin Ruslana Lyzhichko und ihre Band aus der Ukraine den Blick heftet, die in extravaganten Bühnenshows, in Lendenschurz-Outfit und Leder gekleidet, gegenwartsgetreuen Pop mit traditionellen Tanzelementen kombinierten, während auf den überdimensionalen Bühnenbildschirmen Flammen loderten:

„So schwachsinnig die Performance der östlichen Jägercombo auch war, so sehr scheint die Ethno-Masche den Europäern gefallen zu haben: 280 Punkte gab es für die Karpaten-Variante der Gruppe Dschingis Khan, die im Jahre 1979 den zweiten Platz für Deutschland ertanzt hatte. Offensichtlich hatten die Ukrainer ... vom Sieg Sertab Ereners im vergangenen Jahr gelernt: Was ankommt, sind Songs, die so klingen, wie sich der ordinäre Tui-Tourist das Heimatland des Sängers vorstellt.

Sertab Erener hatte mit ihrem Song "All That I Want" ein Bild der Türkei zwischen Bauchtanz, Harem und postsexueller Erschöpfung gezeigt. Ruslana gab mit dem Siegertitel "Wild Dance" die Ukraine als ein Land wieder, in dem Menschen seltsame Dinge tragen, ziemlich unkoordiniert herumtanzen, insgesamt aber bei aller Armut glücklich sind.

Irgendwie auch authentisch war der Beitrag "Lane moj" aus Serbien-Montenegro, gesungen von Îeljko Joksimoviç. Der Sänger klang traurig, depressiv und wurde begleitet von einer ebenso traurig dreinschauenden Geigerin. Zwar wird ein ewiges Rätsel bleiben, worum es bei „Lane moj“ eigentlich geht, aber das Lied strahlt immerhin die ganze Wehmut eines Landes aus, das eigentlich keines mehr ist und zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder beim Song Contest antreten durfte. Genauso stellt man sich eben Serbien-Montenegro vor. Höchst interessant dabei war übrigens das Wahlverhalten der Balkanstaaten: Sie stimmten sich gegenseitig auf Top-Plätze, als hätte es vor wenigen Jahren keine Kriege gegeben, in denen sich die verschiedenen Staaten gegenseitig bekämpft haben. Da steht zu befürchten, dass sich auch in den nächsten Jahren eine Balkan-Bürgerkriegsallianz herausbildet. ...

Für Deutschland stellt sich angesichts der Ethno-Flut langsam die Frage, ob man weiterhin auf möglichst klassische Popmusik setzen soll...“

Oder ob man den Bonus des Überlegenen wieder in Gebrauch nimmt, der musikalisch abgehalftert begnadeten Eventparty überhaupt zum Scheitern zu verhelfen. Nicht direkt hegt der Schreiberling Schwarz im „Kinder Welt“-Strauch seinen Blütentraum darauf, sondern auf Umwegen:

„Im Mai 2005 also wird das vierstündige Spektakel aus Kiew übertragen, was noch spannender als der Contest in Istanbul zu werden verspricht. Auf einer Pressekonferenz kurz nach dem Sieg von Ruslana wurden schon die ersten Zweifel laut, ob die bankrotte Ex-Sowjetrepublik es überhaupt schaffen wird, eine Veranstaltung wie den Song Contest zu managen. Schließlich kennt man die Ukraine lediglich von einer anderen Großveranstaltung, die allerdings auch schon 18 Jahre zurück liegt und ebenfalls schlecht organisiert worden war: das Reaktorunglück von Tschernobyl.“

Mißgunst oder Revanchismus relevantes Ressentiment - der Kolumnist dieses Blattes, das sich als Plattform der anti-deutschen Attitüden mit einer beleibten Portion Panamerikanismus auftut, demonstriert verblümt zum Exempel, wie kolossal das Ärgernis nach dem bekannten Ergebnis ausfiel. Bestürzt beobachtete der „Kinder Welt“-Kiebitz die bornierte Bosheit mancher nationaler Geblüter, die sich in einer „Balkan Connetion“ verbündeten, nachdem sie im Semifinale die Fingerfertigkeit absolviert hatten, „sich in die große Show zu mogeln“. Es müßte einen Weg geben, könnte der Nestor nervig notiert haben, diese Karpaten- und Balkan-Barbaren vielleicht per Dekret der Demokraten-Domäne vorweg draußen zu lassen und in das Dämonen-Reich zurückzuweisen, wo sie sich auch künftig untereinander an die Kehle fahren können. Im Anschluß daran läßt es sich frank und frei für „humanitäre Interventionen“ sprechen und die händelsüchtigen Affären mit einem gewalttüchtigen Rüffel zur Ruhe betten.

Das Arioso, das der jugoslawische Wettstreiter Joksimoviç vortrug, enthält markant byzantinisch-balkanische Motive mit osmanischen Elementen, kombiniert mit der melodramatischen Romantik der Komitadschis, der Freischärler gegen „Hohe Pforte“, den Sultan im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Auf die Gegenwart übertragen verschwistert es emotional die Varia des elegischen Elans gegen das Ellenbogenrecht und bricht über die Dschihadisten des grünen Schariats genauso den Stab wie über die kreuzzüglerischen Kombattanten des Summus Episcopus.

Für eine derartige Eurovision, deren Finalität dazu beiträgt, daß die Nachbarschaften eines Erdstrichs das Kriegsbeil begraben, autonom und ohne Graunoten der imperialen Mentoren aufeinander zugehen, können sich auch die grazilen Groupies der Zivilisationsobersten nicht erwärmen. Graues Elend verordnen sie den Menschenlandschaften der Semiperipherie. Kulturalismus pur! Die Fähigkeit dazu haben dem Vernehmen nach vor allem die linkslustigen Get-togeter-Gesellen der medialen Zunft nicht, die unter den ausgebleichten Porträts ihrer Altvorderen Betonwände vor Augen, umtriebige Urteile im Blick haben und verdammenswerte Brandbrief-Brocken fabrizieren. Verdauen werden sie die Realität lange nicht, daß sich das Zentrum der Zivilisation lichtdurchflutet ostwärts verschiebt und der Zephir der Zukunft woanders her weht: Ex oriente lux!