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Herbst
Ein dichter
Nebel voller Asche
bedeckt die erste Stunde dieses Morgens.
Die Landschaft ähnelt einem
abdriftenden Schiffe, auf der
Suche nach einem vertrauten Hafen.
In den Park
gehe ich.
Auf dem feuchten Boden
liegen die welken, nassen
Blätter herumstehender Bäume.
Der Teich ist zugefroren.
Voll Raureif daneben
liegt da das Grün des Rasens.
Im Hintergrund
das schummerige Grau
der langen Häuserblöcke
und karger Widerschein
vereinzelter schwacher Lampen.
In den Behausungen
drinnen
schicken sich an die Kinder
in die Schule zu gehn,
während aus einem Winkel
ein altes Mütterchen
hinüber humpelt zu einer leeren Kirche.
Heleno
Saña
***
Ich will diesen Staat,
der den Reichen
Geld nimmt
für die Stärkung
der Schwachen,
und wünsche
mir,
dass er kraftvoller
private Macht
beschneidet.
Gerade deshalb
aber
finde ich es unerträglich,
dass der Präsident dieses Staates
mit militärischen Ehren empfangen wird.
Wilhelm
Riedel
***
Herr Präsident
Ich kauf
mir ein Leben,
Herr Präsident,
Mit nem Bild zum Abheben,
Herr Präsident,
Mit Wörtern, die morden,
Herr Präsident,
Ja, so schlecht ist die Welt,
Und der Blick auf den Dax,
Herr Präsident,
Der lehrt mich das Fürchten,
Herr Präsident,
Denn wenn ich mal so,
Herr Präsident,
In meine Börse schaue,
Herr Präsident,
Ist grad so viel drin,
Herr Präsident,
Dass ich mir'n Arbeitslos
Kaufen kann,
Herr Bundespräsident,
Deswegen bitte ich sehr,
Herr Präsident,
Nutzen Sie Ihren Einfluß,
Herr Präsident,
Und sorgen sie vor,
Herr Präsident,
Dass mein Arbeitslos gewinnt,
Herr Präsident,
Ich lad Sie dann auch,
Herr Präsident,
Zur Siegesparty ein,
Herr Präsident,
Aber nur dann,
Herr Präsident,
Wenn ich Ihnen reinen Wein
Einschenken darf,
Herr Präsident,
Denn wem soll ich sonst trauen,
Herr Präsident,
Wenn doch das Leben,
Wie's in der Zeitung steht,
Herr Präsident,
So käuflich ist wie diese,
Herr Präsident,
Manager, Herr Präsident,
Die so heißen weil,
Herr Präsident,
Sie am Mann nagen,
Herr Präsident,
Ich meine, am kleinen,
Herr Präsident,
Und wer bin ich denn schon,
Herr Präsident,
Ich bin doch so klein, wie,
Ach Herr Präsident,
Ein so Kleiner,
Herr Präsident,
Dass einer wie Sie,
Herr Präsident,
Ihn gar nicht versteht,
Herr Präsident.
Hadayatullah
Hübsch
***
Der Politiker
Er hat Ernst
gemacht,
hat sein Weltbild zerdacht
und serviert die Stücke.
Auf schmalster Brücke
taumelt er über den Strudeln der Macht.
Er dreht
eine Schnur
aus Argumenten zur
Wahrheit, und aus Versprechen,
um unaufhaltsam nach oben zu klettern.
Zuversicht zu versprühen liegt in seiner Natur.
Nach Erfolg
wird er gieren
und sich präsentieren -
Die Rolle verbiegt
ihn: Er wird, verliebt
in den Auftritt, die Zeitungen zieren.
Auf eine
Seite
nageln die Leute
ihn fest. Arbeitsreich,
doch nach außen hin leicht,
zeigt er sein lächelndes Selbstbild der Meute.
Sein Idealismus
wird Pragmatismus.
Er geht in den Spuren
bekannter Figuren.
Doch einzig der Veränderung gilt sein Kuss.
Vertrauenskeime
pflanzt er. Feine
rhetorische Wunderwerke
zeigen seine Führungsstärke.
Doch Tropfen wirft er auf kochende Steine.
Und zuletzt
fällt er, bleich,
sternschnuppengleich:
Der rasende Abstieg
nach mühsamem Aufstieg -
Doch dazwischen ein Leben, an Hoffnung reich.
Thomas
Bauer
***
Die vergessene Barke
Hat man dich
verlassen,
weil du schon alt warst?
Die zerrissenen Segel
leid zu sehen, zu nutzen
dich vergessene Barke?
Dein Bild
wird verblassen
wie du liegst am Strande.
Ich sage
dir, Freundin;
Ich war wie du, Barke,
ebenso man mich nutzte,
um mich dann zu schassen,
dass ich stürbe am Strande.
July
Valdezate
***
Auf der Suche nach dem Todfeind,
dem verkörperten Bösen.
Dem Andersartigen, dem Unbegreiflichen,
dem Denksystem,
das sich der eigenen Logik entziehen kann.
Auf der Spur der gefährlichen Freiheit,
die sich der Unterordnung unter höhere Güter entzieht
Der Gleichheit, die behauptet,
sie sei mit den höheren Werten gleich.
Der Brüderlichkeit,
welche sich selbst definiert
und durch ihre Toleranz die höheren Werte
relativiert und gefährdet.
Immer dabei, zur eigenen Wertfindung
durch Abgrenzung zu gelangen.
Bereit, den jeweiligen Zustand
als höheren Wert auszuweisen.
Unfähig, vom Blickfeld des anderen aus
das infrage zu stellen.
Gewiß, als Träger der Wahrheit allein
zuständig zu sein.
Ungläubig ihr eine alles überwindende Kraft
zuzutrauen.
Bestrebt, sie durch Schminken
und Umhängen modischer Kleider kraftvoller zu machen.
Bereit, sie notfalls ganz zuzuhängen.
Jaime
Salas
***
Heilige Nacht
O Heilige
Nacht! Du Wunder zwischen Sternen.
Das Firmament. Der Landschaft Flimmerschnee.
Da gehen Menschen Riegel zu entfernen
Von ihren Herzen. Und auf der Chaussee
Ziehn Josef
und Maria. Und sie bitten
Vor mancher Tür. Die Welt wird Bethlehem.
Das offne Haus gehört nicht zu den Sitten
Des Schenkens. Bettelvolk ist unbequem
Den Wohlstandsbürgern.
Nacht ist viel zu heilig
Für solches Pack. Zu Tische geht es eilig.
Wie gnadenreich und licht ist diese Nacht.
Sie kriegt
ein Kind? Entweiche süße Stunde!
Ja, macht denn nicht der Büttel seine Runde?
Natürlich keinen Vater! Oh, wie lacht...
Kurt
May
***
Der alten Ulme, hingestreckt vom Blitze,
verfault in ihrer Mitte...
Antonio Machado
Ich sah ihre
Krone erhoben, wie sie grünte...
Runzeliges
Bildnis des uralten Stammes,
gestützt von Ziegelsteinen und von Mörtel,
einbalsamierter Leichnam der großen Ulme
aus blassem und sehnigem Holze,
pathetisches Aussehen, hin gen Himmel
streckend ein kärgliches Sträußlein trockener Zweige.
Eines Gedichtes Verse sagen, an der Seite
sei eine grüne Sprosse, die würd’ schaffen
das Wunder, dass im Vorübergehen der Jahre
durchaus in seine Eingeweide dringen könnte
Saft, der frühlingshafte Spross, der Zeit Bezwinger,
ganz wider Erwarten, könnte ihn zieren
über den Tod triumphierend mit dem Symbole
eines Sprosses, in Smaragdgrün gekleidet.
Liebkosen wollte ich auf seiner Rinde
die Eingebung, dass eines Tages verewigte
das Ende des hundertjährigen Riesen,
und dann sah ich ihn wieder voller Anmut,
wie er auffing in seiner grünenden Krone
den Wind von El Espino, der auch noch
ausgelassen hätschelte zwischen den Blättern,
was so klang wie das Spielen einer Flöte.
Ich sagte ihm: Ich seh dich wie du einst warst;
die Poesie schenkte dir eine Seele,
das schafft nun mal nicht der Frühling,
das schaffte das Genie MACHADO mit seinem Zauber.
Angeles
Amber
***
Weißes Blatt
Über
einem Flackerfeuer am Meeresstrand
flehten die Samen die Gottheit an,
genug zu haben an jedem neuen Tag,
mit dem Knaben zu gehen und zur Ruhe,
den Spatz zu suchen im Herbste,
den Tau am Morgen zu trinken
und zu einem Liebestraume die Weisheit zu rufen.
Moderne Stadt,
Flecken an allen Wänden,
Symphonie von Schornsteinen,
Taumel zum Verzweifeln
begleitet von Schreien
und Glöckchen des neuen Waldes,
während die uralten Trommeln
die Natur herbeirufen,
um wiederzufinden Regenbogen und wilde Rosen.
Von so viel
Schlendern unter dem Vollmond
ward das weiße Blatt voll von Emotionen
und dem letzten Herbst, am Meeresstrand,
aber jener Spatz starb auf einem Spross Efeu.
Maruja
Scott
***
Als die Welt und
Die Menschen entstanden,
Verteilten sich Beruf und Arbeit.
Auf den Künstler fiel die Aufgabe,
Im Dunkel der Nacht
Eine Hand voll glühender Sterne
Über die Städte zu werfen.
Molla
Demirel
***
So sind wir
Hibiskus
– Röte
Und Ölbaum – Asche
Fließen ins Herz – Gewölbe
Während sie die Tage tragen
Auf den Erden – Schultern
Da sind wir
alle
In diesem Schmetterlings – Kleid
Verzaubert vom Tempel – Wind
Während Lichter – Ketten
dem Morgen ins Gesicht brennen
Doch das Berg – Schild
Flammt augenblicklich
Der Sonne in die Augen
Sie spielen
Auf der Mondschein – Straße
Kehren um
Über die Regenbogen – Brücke
Es scheinen nachdenkliche Hände
Verstecken Tränen in der Meeres – Trauer
Jasmina
Segrt
***
Phil & Bauc 20
– Abraumbagger
wirft sein nashorn hoch wie ein rehkitz
– Einer dreht sich die kurbel durch seinen eigenen wanst
– Einer verblitzt sich die augen mit immerwährendem schneeblitz
– Ruysbroek singt dabei klampft er die schwester: lauf was du kannst
– Aber
Du weisst es doch selbst das Ishtar Tor ist aus fritte
Sand malachit und natronkalk gibt lapislazuli
Nur mein katzenschwanzstein ist echt und erfüllt mir die bitte;
aber was hab ich davon? bin ich bulle der Bowery?
– Da
wie ne gemse der Wagner im waldweben seiner kulissen
– Da explodiert Stockhausen ... N-S-T / K-U-N
– Biermann hat wieder geklampft es klang wie mangosgeschissen
– Da auf dem schirm ... die Stadt ... das war Düss ... o je
... Säer nenn
– Hab
ich Dich abgerichtet zum vorstehn brackieren und dachsen
– Zarathustras kameltrieb: ich ging mit Abraham
– Sorte: mucha mujer wahr? (JJ: zu dicke hacksen)
– aber Euterpeschärpe und nicht grad zungzungenlahm
– Hab
Dich nicht so Marie hab ich Deinen besitz erst umritten
hab Deine forsten bejagt auch die wasser in arbeit gebracht
forstwächter wurden die pane die waldgehänge soffiten
abgezählt der bestand mit Ohrmarken / ringen bedacht
– Ach
lass gut sein wir ruhn uns aus willste sierraauf ziehen
Berge sind windmäntel wahr? ich helfe den Huichols
nicht auf die tabakplantagen nicht in die Städte zu fliehen
troll des guten lebens dämon des alkohols
Jede familie
hat nen schamanen damit sie nicht darben
Jeder gehört dazu doch schau Dir die garnbilder an
garn in wachs gedrückt: was für vibrierende farben!
keine fernsehbeschwörung braucht wer so etwas kann
ToussainT
***
Leiden nach Maß
(für Emilie)
Auch wenn
sie die Taue meiner auseinander gerissenen Morgen austrinkt
und alle Böden meiner unerträgliche Qualen aufsaugt
und wenn sie alle Männer dieser wahnsinnigen Welt einsperrt
und die ganze Wärme aller auseinander gerannten Sommer durchlebt
wird sie niemals erkennen, wo sich die Spitze des Glücks befindet.
Auch wenn
sie sich, wie eine Biene, in jedem duftendem Frühling in Versuchung
begibt
und sich ihr frivoler Geist nur durch die süße Leidenschaft
bewegt
und sie die einzige Schwalbe des regenbogenträumerischen, süßlichen
Fluges wird
und wenn sie wie eine Königin der Zeit zwischen den Sternen gekreuzigt
wird
wird sie niemals den Pfeilflug meiner Nächte zu fassen bekommen...
Auch wenn
sie alle vier Himmelsrichtungen zu einem Knoten bindet
und der Ozean der Wünsche in einen Seufzer eines einzigen Glückes
paßt
die Zügellosigkeit meines reißenden Schmerzes anbindet
wird sie die Wurzel meines Leidens nicht ausreißen können.
Auch wenn
sie die Enden des ausgetrockneten Luftraums berührt
wenn ihr die letzte Last vom Herzen für immer versinkt
wenn das Glück der ganzen Welt ihr Körper neckisch abtastet
und wenn sich die Spitze des Himalaja vor ihren Auge beseelt ausbreitet,
wird sie nicht spüren können, wo sich die Larven meiner Wünsche
vermehren.
Auch wenn
Morgenröte der letzten Funken heißer Nächte eindämmen
und wenn die Macht der Wärme aus dem Kern der Galaxie sprudelt
wenn sie lavaartiges Brennen aus der Hand ungezügelt austrinkt
und wenn ihr rasendes Herz um mich Pompeji - artig schlägt
wird sie niemals die Farbe des wahren Glückes zu fassen bekommen.
Niemals wird
sie wissen, was noch stärker als die Sonne scheint,
wie sich das Universum des Herzens im Schwarm versunken quält
und wie sehr ich sie ehrlich und treu liebte.
Niemals wird sie begreifen und erleuchtet erkennen
wie aus dem unvergänglichem Leid die weltlichen Perlen ausgespült
werden
und wie die einmal Liebgewordene für immer im Herzen weilt,
und dass sie mein einziger Lebensfunke und Nachtkerze ist
weil ich sie, wie meinen christlichen Glauben, auch zur Kreuzigung trug!
Niemals wird
sie erfahren, daß es weder traurigere
noch breitere, tiefere, längere, stärkere und größere
Liebe als meine gibt.
Niemals wird sie erkennen die Ehrlichkeit des Sterbens nach ihr.
Dragica
Schröder
***
Genfer Gondellied
Am Genfer
See ein Häuschen
steht da in stolzer Pracht
darin man die Geschichte
der Vi-Va-Völker macht.
Dort sitzen
hohe Herren
in traulichem Verein,
die sich die Zeit vertreiben
mit Ri-Ra-Rederei'n.
Den Vorsitz
führt Herr Eden
und der vertritt gewandt
die Wirtschaftsinteressen
von I-A-Engelland.
Und auch
die ändern alle
sind Zierden ihrer Zeit,
perfekte Diplomaten
voll Hi-Ha-Höflichkeit.
Dort sitzen
sie beisammen
und haben guten Mut;
ich fern im schönen Spanien
fließt Mi-Ma-Menschenblut.
Und kommt
auch ein Protestchen
und stört die Ruhe sehr,
dann spricht man leis (ganz leise!)
von Gri-Gra-Greuelmär.
Und schießen
fremde Flieger
auch Frau'n und Kinder tot,
dann ist das ohne Zweifel
nur Wi-Wa-Wehr in Not.
Und ziehen
fremde Söldner
verwüstend durch das Land,
dann ist auch das zur Sorge
kein Gi-Ga-Gegenstand.
Und sinkt
durch fremde Minen
ein Schiff mit Mann und Maus,
dann spricht man sich das tiefste
Bi-Ba-Bedauern aus.
Es herrscht
im ganzen Hause
ein Ton des Friedens, denn
die wohlerzog'nen Herren
sind Gi-Ga-Gentlemen.
Sie reden
und verhandeln,
ein Wort ersetzt die Tat;
daher heißt auch das Ganze
der Gi-Ga-Genfer Rat.
Drum beten
alle Führer
aus tiefstem Herzensgrund:
Ach lieber Gott, erhalte
den Vi-Va-Völkerbund!
Frederic
W. Nielsen
Aus: »Alle
Meine Lieder.«
Verlag der Jugendwerkstatt e.V., Östringen 1995
***
mehr ehrerbietung
ihr weltkomödianten
es ist nicht recht
dass ihr die menschliche
verzweiflung
spöttisch rezitiert
schmeicheleien
aus eurem munde
sind nur holz
für den großen scheiterhaufen
ironie
zaubertrank der hoffnungslosen
ein altes faltengesicht
schmückt sich mit blutjungem
mädchenlachen
und die neue wahrheit
ist nur noch ehrlich
gegen honorar
die macht
heute wie gestern pflegemutter
des verbrechens
dreht die kurbel
am lebenskarussell
und am welttheater
souffliert nur ein irrtum
die politischen clowns.
Alfons
Czeskleba
***
Berlin
Im Blick des Auges
In der durchbrochenen Mauer
Auf häufig feuchtem
Aber glänzendem Pflaster
In gewöhnlicher Kneipe
Im durstigen Hotel
In der vertrauten Bar
Im gleißenden Licht
Auch im gefährlichen Dunkel
...
Berlin
So schön
So anziehend bei vollem Licht
Dann wieder gräulich gespreizt
Wie eine riesige Pulpa
Dieses Berlin, wo kein Hahn kräht
Wo Leben ausdünstet
In überlauten Sirenen
Mit abgetakelten Schönheiten
Und halbseidenen Mädchen
Berlin, so randvoll, teuer und fein
Aber das Leben ist billig und leer,
Ansteckend auch...
Im Würgegriff hart es dich erst,
Um dich mit Angeboten dann zu überschütten
Und dennoch bist du hier nicht zu Haus
Wo Einsamkeiten wachsen
Vladan
Rakic
***
Herbst-Porträts
Aus dem Herbarium
der Haramiten Alibabas geflogen
die Vagabunden der Wagenburg Monetarien
Sucht der Tributen-Titan Zuflucht
im Jeremiaden-Tal der Jet-set-Janitscharen
Der Sommer wußte nicht zu kommen aber ging
Hervorgestochen im Konterfei des Schwermuts der Herbst
aus dem nächsten Winter späht das Gestern
Wasserpredigt einer hinter Rauchfahnen der Havanna
– kein Müller oder Becker oder Schneider oder Schreiner
sondern Attitüden-Advokat im Chancellor-Stuhl –
tritt hervor auf der Flucht vor Paparazzo-Präsenz
tritt den Papagallo-Papagei im privaten Schlafgemach
Tritt der Maestro der Äem-Hym-Hymne vor die Kameras
– kein Bauer-Schmid-Weber oder Berber
sondern Trottoir-Treter aus der Kraken-Kapitale Mainhatten –
gönnt sich Probanden-Polyphrasie zum Pläsier
Der Morgen auf Fabel-Label-Fersen
längst nach Absurdistan abgeschoben
weinen Litanei-Lyriker Blut in Privatier-Versen
trinkt Tränen-Trunk der Fürstenfuchs
aus dem Busch der Anglo-Abendländereien
– Bush-Basher-Berserker und Tonies-Tories hinterher –
Feuer spuckt der Mäuse-Mond
landet Pantalone-Pegasus Pentagoniens
auf dem Tablett perfekter Porträts
die Dulzinea der Dukatenscheißer
Tritt hervor
der Orang-Utan am Hindikusch
im Humanitas-Habitus der Obolus-Brigaden
funkelt im Anti-Briganten-Atlas
funkt die Alienation der Heroin-Heroen
Methusalem-Messagen über Mesopotamien
Kreist über dem Morgen der Kanaillen-Komet
Kippelt der Levante-Meridian im Medianwert
Erwächst der Mediterran-Parallelkreis zum Äquator
im Eremiten-Dunkel der Event-Eleven
unterwegs im Albatros-Format der Aliens
Nivelliert das Gettogether der Greenhorns
den Homo orientalicus im Kabale-Kabinett
das Dokument im drakonisch diagnostizierten Format
für den Piraten-Parkett-Dialog der Holdings
Rotiert das Grammophon Retro-Rhetoren
Paradiert der Tribunal-Trupp der Claudiatoren holdgrün
und Gladiatoren-Garnison im Terra-Rot
Während
der X-Stunden-Weile der Marionetten
traktiert das Triaden-Tamtam durch Cyber-Zyklen
vom Treibhaus im Sommerloch zum Hominiden-Hoch
Im Sorgensog des mäuse-miauenden Mehr-Mythos
tritt hervor die Soldateska der Intelligenzia
vor der Rezitatoren-Revue zur Rhetoren-Route
probt mit Fingerzeig auf eigenes Trachten
den Mengenschmerz als Lappalie zu betrachten
floriert hinter der Mimen-Flotte der Mediakraten
Fällt der Motor der Zeit in eliminierten Raten
vermischt sich der Schwermut mit der Sehnsucht
nach dem Sternenhimmel in Monetaristan
Immer früher dämmert es aber vor dem Sonnenende
Das Potentatenfort
der Polyarchie konterfeit
den Palaver-Port der Galeeren-Monearchie
stimmt die Äem-Hym-Hymne an und schultert
die Symposion-Symphonie der Status-quo-Quoten
Die Moneten-Moral
des Chancen-Chancellors
brüskiert das Moralin der Mondialen
fabuliert von Amouren der Karikatur-Amateure
Fabriziert Autokraten-Autor „Sozialgeld“-Automaten
im Diskurs-Zirkus der Eier-Glaube-Akrobaten
zwischen Zombie-Heloten und Grauzonen-Zeloten
Dämmrig der Verseschmied im Arien-Atelier
öffnet sich das Tor des Tartüffe-Theaters
probt die Premiere-Posse des Reformator-Autors
von Montagsmärschen zu Wintermärchen
Tritt hervor
der Intimus der Integranten
beim Blätter-Walzern überm Terra-Rot
kriechen aus den Federn die Quartiere der Qual
auch die Quer-Tiere der Intriganten
Wie sie immer im Gentleman-Gewand in Raten
am Tor der Schlotbarone auftraten
Irgendwann
zwischen Frühsommer Neunzehnhundertvierundvierzig
und Spätherbst Zweitausendvier
trat hervor an der Saar großherzig
der Gouverneur der Dreigroschen-Geier
beim Dämmergrau ob Morgen oder Abend
Ob mit Montag der Werktag kam oder Freitag
im Flaneur-Flur lag
Ehe der Anekdoten-Advokat sich des Millennums freute
das Überall zu annektieren auf der Reform-Route
hinter dem Cordon Sanitaire die Patronagen-Beute
gerecht zu verteilen zwischen Zivilisationsbesten
und den Primitiv-Piraten-Resten
tritt hervor die Normen-Nomenklatur
auf eigenem Kot als Herold des Gentilhommes
Tritt hervor im Separat der Huren heimisch
die Avantgarde der Amigo-Agas in Hagebutten-Rosa
okkupiert spartanisch die Sparta der Pop-Prosa
Tritt hervor die Erotik am Schreiben
In der Technologien-Loge der Kleinkorsaren
Pharaonen
verlassen Pyramiden
ziehen Pharisäer ein
Bergamo unter den Füßen Berolinas
Der Alienation gehen die Nation der Aliens nach
auf dem Orbit der Triaden-Trabanten
floriert das Menschenmanagement
Abend bringt den Schwermut
die Nacht Sehnsucht nach dem Morgen
Nichts mehr zu teilen gibt es
außer Schmerz und Herz zu rebellieren
Stürmen die Don Quichotten die Dämonen-Domäne
Tritt hervor der Iberia-Jüngling aus Barcelona
ruft zur Barkassen-Bambule der Gestrandeten
im Süd-Nord-Korridor der Mediterran-Metapher
zu „stásis!“ gegen Condor-Kordon – „Revolte“
In Meuterer-Memoiren
gegen Menschenmanagement
Noch lange nicht zu Ende gesungen
die Sonnen-Sonette im Proviant-Gepäck
nur vom Werte-Karussell abgesprungen
dem Ferkel-Wahn des Kapriolen-Kometen
im Provisorium der Mären-Mentoren im Dauergeschrei
System gut – Staatsmänner in Geistesarmut
Nicht der fetteste Diktaturen-Duktus bringt
so viel Ekel hervor wie der Husaren-Heuchler
im humanitären Habitus
Hier memorieren
Demokraturen Grazien-Karikatur
vor allem die Falottkratie der Monearchie
memorieren das Millennar-Memorandum
aus dem Mammon-Memory der Meritokratie
M. Kurtulus
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