LYRIK

Viva Maria

Da waren die, die
Alles versprachen, was wir
Nicht kannten,
Und sie versprachen es
Mit lächelnden Gesichtern und
Wehenden Haaren,
Die waren Fahnen, auf denen
Wir lasen: Alles neu,
Alles gut, alles anders als
Alles andere,
Und sie taten, als kämen sie
Aus einer anderen Dimension,
Mit unvorstellbarer Musik
Und Sätzen, die sie nicht aus-
zusprechen wagten,
Aus Angst, wir könnten sie
Verstehen und der Zauber
Verginge. Und
Sie waren schnell, unsichtbar,
Immer den Hetzern um
Eine Spur voraus. Und sie
Schrieben in den Rauch
Ihrer Bomben das Lied einer
Sehnsucht, die am
Gegenteil dessen, was sie taten,
Zu messen war. Und sie
Waren so schön wie eine giftige
Seifenblase, ihre Augen
Waren Schreie: we want the world
And we want it:
NOW, und sie drehten sich das
Wort im Munde herum
Und kannten so nur den Sieg
Im Tod, der hieß
Killer on the road, und wir,
Wir bissen uns die Zunge ab,
Als sei sie der Schwanz
Einer Eidechse,
Der wächst nicht nach,
So wie die Illusion von Leben.

Hadayatullah Hübsch


***

Pressefreiheit

Es gibt kein besseres
Journal
als das deutsche,
Hessen vor allem,
Welle zwei,

wenn Ruth Fühner
mich führt
um literarische Gestalten,
damit ich sie
von allen Seiten beschaue,

Ulrich Sonnenschein
mir Wörter schenkt,
um die Bilder
verwirrender Filme
zu fassen,

Mario Scala die Sätze
kritischer Autoren
durchbricht,
um hinzuweisen auf
Haltloses,

Rudolf Schmitz mich führt
durch Installationen,
die alle Erdenwesen
– suchend wuseln sie herum –
verwirren,

und Rudjard Stäblein
mich in Gedankengänge leitet,
die meine Begriffe,
erworben in frühen Jahren,
erschüttern.

Dennoch wünsche ich mir
ein anderes,
das mich fallen lässt
in einen Grund,
in dem mir die Einheit der Welt erscheint.

Wilhelm Riedel


***


Post mortem

Hypothetische Fragen,
darüber Wolken im schönen See.
Wenn ich nach hinten sehe -
Einsamer Glanz meines Lebens.
Von göttlicher Stimme diktiert,
mit menschlichem Gleichgewicht
wiedererlangt.
Schleiche mich davon,
doch das Ohr durchbohrten Töne,
das Herz Speere.
Tugendhaft sterben
Wilde Freuden im Hass.
Schuld wird nicht gesühnt durch Gebete!
Was ich sage ist ein Monolog
Und doch ist es notwendig
Mit euch zu reden.

Jasmina Segrt


***


ÖFFNUNG

Warum, ihr Suchenden,
verschließt ihr eure Fenster und Türen
und zündet gegen eure Finsternis
ein Kerzenlichtlein an?

Das sich gebende Strahlen, ihr Suchenden,
das mild erglänzende Leuchten,
liegt nicht im Schimmer eures Flämmchens,
sondern jenseits eurer Türen und Fenster!

Selbst wenn ihr, ihr Suchenden,
euer armes Fünkchen weiterschenkt:
erzeugen werdet ihr nichts als neue Kleinheit.
Lasst Größe herein und von ihr euch erhellen!

Öffnet euch selbst, ihr Suchenden,
gönnt euren Augen Klarsicht und Weitblick,
euren Herzen die Wahrheit einigender Liebe,
und eurem Geist erkennende Freiheit!

Margot Born


***


Eine Maschine zum Stehenbleiben.
Selbst mit Schwungrad dran, Zahnrädern und Zacken.
Mit Achsen, Kugellagern und Scheiben
und Messern zum Zeitzerhacken.

Nicht so gebaut wie bekannte Bremsen,
nein, direkt gegen den Wettlauf der Zeit,
gegen jede Bewegung, Gefühl und Ängste.
Selbst gegen Maschinen zum Zeitvertreib.

Selbst ausgewogen, jeder Abweichung vom Stillstand
ein Gewicht entgegenzusetzen,
mit Computergehirn, automatischer Gleichung
zur Berechnung von Stand und Gang im Gestirn.

Auch justiert auf den Gang der Seelen.
Gefühlsausschläge gleich zu parieren
und Aufwärtsgänge herunterzuquälen
und Labiles auf Null zu stabilisieren.

Eine Maschine zum absoluten Stellen,
an der sich, wenn sich nirgends was dreht, nichts dreht;
die selbst, wenn überall alle Dinge nicht gehen,
nicht mehr geht

Jaime Salas


***


Thom spult seinen Faden ab

Die Sache dauert schon viel zu lang
Ich werde immer älter: neunundzwanzig
Mein Kopf ist durcheinander
Ich trinke, um zu vergessen
Die Zeit tickt in allen Gegenständen
endlos meine Zigarette
(manchmal ziehe ich mir nen Joint rein)
Die Augen voller Wände
Soll ich mir ne Frau für Mutterspiele angeln
oder eine mit Beruf?
Sie ist in der Push-up-BH-Boutique, Hauptbahnhof
Nabel-Mandy, rosa getupfte Schmetterlingsbrille
Zehn-Loch-Doc-Martens Stiefel, Clips im Haar
Und wir marschierten durch die erste Nacht
bis zu einer Telefonzelle
und wir mußten gar nicht reden
ich war sofort in Trance
und mein Herz hämmerte mir gegen die Rippen
und dann flippte ich aus
weil sie keinen Schlüpfer trug
und ich drang voll ein, mein alter Mittelfinger
und sie begann an meinen Oberschenkeln
an meinem Lockenprinz herumzustöbern
und sie knöpfte meine Hose auf
und ich hatte prompt ein Vorhautflattern
und sagte: Ummmm
Alle Monate, die sie bei mir zwischen
steifen Sportsocken, Cannabistöpfen
ohne Glotzophon neben Jan-Delay-Raubkopien
Elton-John-Songs, Amiga-Listenning
an meinen perfekten Wangenknochen schlief
sah sie einen Gott in mir, Apoll in Jeans
mehr einen Wilden (Bäume voller Lebensmittel
gebratener Störche) – bis sie aufschrie
vor Enttäuschung, weil wir einen Junior bekamen
und ich noch immer Arbeitsnomade in allen
denkbaren Sektoren ohne Festjob war
Doch wir werden den Bürger
den sie jetzt Kid nennen
schon rund und lebendig kriegen
Gab es die DDR noch, die vielgeschmähte
ich hätte längst einen Beruf
würde mit dem Fallschirm springen
bei der Ge-eS-Te*
statt wie so viele schirmlos von der Göltzschtalbrücke
Schlagartig warfen alle, auch mein Alter
(der immer gleich das Niveau senkte
mit dem Hammer kam, wenn es um mich ging)
ihr kleines Parteibüchel hin,
ließen sich von Consultern, von der Demark locken
bekamen dafür nur den Groschen
und den Computerführerschein als Trost
für die Überflüssigkeit auf Dauer
Mit Denken war ja bei ihnen nie viel los
hielten - bis auf ein paar Formeln Gum
in der Backe, jahraus, jahrein
von einer Seite in die andere geschoben –
Camus für einen Camembert)
Manchmal spiel ich noch
mit meiner alten Garagen-Band, Hemp&Speed
in einem verwaisten Kuhstall
der noch in hundert Jahren riecht
die Leadgitarre, ne alte Stratocaster
68 Limited Edison
mit dem klassischen Sundburst-Finish –
Peavy nur, fünfzehn Watt
Doch die wichsfleckigen Pißgesichter, Hirnis
von den Undergrounds
Tonnen von Gel auf der Birne:
Haifischflossenfrisuren
(ihr magersüchtiger Teenie-Anhang ganz vorne
Bioraumskelette – Maxi-, Gotik-Look)
mit ihrem kotzemachenden Licht-Equipment
– Magenta- & Limonentöne –
mit ihren Stroh-Drusch-Worten, Super-Gigs
ihrem Feedback-Kreischen
– und einer mit ner Fistelstimme
die immer wieder hörbar wurde und verschwand –
um in nie geahnte Sphären aufzusteigen
im ganzen Weltall Wurzeln zu schlagen
haben uns neulich von der Bühne gepustet
sorgten dafür, daß wir scheiße klangen
mit unseren negativen Vibrations
aus selbstgezimmerten Vorschulgarten-Pappmache-Boxen
das war hart
und als wir uns noch einmal in Szene setzten
uns gegenseitig die Mikros ins Gesicht stießen
uns mit Preßluft und einer mißtönenden Einheitswelle
(etwas, was uns fehlte –, mehr Panikmache)
mit Rotz und Schweiß verabschiedeten
ließen die Undergrounds erst richtig
ihre Würfel rollen mit ihren Propeller-Hits
– hyper, mega, echten ...
Manchmal fahr ich raus ins Land
in irgendwelche Biotope
pflück Trauben an der Unstrut, an der Saar
Gönn mir bald mal ne Kalaschnikow
dann schick ich alle
(das sind verdammt nicht wenige)
die mir in die Quere kommen, übern Jordan
Bin nicht gewalttätig, nein
meine Träume nur Symptome der Gesundheit
(meine andere Art von Zivilisation)
Über die Villen derer, die Mokka trinken
in St. Moritz, in Nizza, Paris an einem Tag
hiß ich Che's berühmte Mütze
Ja, so reiß ich schon das x-te Jahr
nach der Kehre auf dem Holzweg ab

Reinhard Bernhof

* Gesellschaft für Sport und Technik


***


Die Anti-Muse

Die Musik ist die Nacht am Umhüllen
mit ihrem langen Mantel
aus ganz gängigem Leinen,
zerfranst dann selbst mit jeder jämmerlichen
Melodie.
Draußen, ja da gibt es gar nichts.
Das hat doch alles das Bordell verschlungen
mit seiner nächtlichen Gefräßigkeit.
Der Rauch einer Zigarre
wird mein Gesicht verwandeln,
es erheben und es erweitern,
bis es so wie ein Stein abstürzt.
Die Flure ächzen, es biegen sich ihre Bretter,
es halten nicht stand die rostigen Nägel,
und ein ängstlicher Blitz entdeckt dann
den letzten Orgasmus der Morgenröte.

Juan Magal


***


In Amerika im Exil

Wir sind das Erdöl,
der wertvolle Abfall gepresst
vor unserer Zeitrechnung.
Wir sind die, die ein Leben
voller Gewalt mit dem Messer führen.
Wir sind ohne Gefühl und voll
gewetzter Gleichgültigkeit,
wenn die Schneide langsam eindringt.
Wir sind die schlappen Träume,
die den dicken Traum zerreißen.
Wir sind der unsichtbare Blick,
der bringt das Nackenhaar zum Stehen,
die Rumirrenden, die Rechten.
Wir sind der Wind und der Regen,
der zerschlägt die Steine,
der Schmerz, der bei der Geburt aufbricht.
Wir sind das Erdöl, welches
mildert der Freiheit sanften Strom,
die Erde beben lässt. Das sind wir.

Horace Coleman

Aus dem Engl. ins Span. von Teresinka Pereira, aus dem Span. von Jaime Salas


***


Neue Geschichte der Erde
    für Jürgen Israel
Eskimofrau reitet auf einem Tiger nach Lahore
zu flirten mit Buddha (Buddha).

Herfliegt die Chinesin
Hand in Hand mit dem Mann aus Benin.

Und Nepalesen trinken Tee mit Wasser aus Schnee
vom Himalaja, oh ja!

Der heilt mit Vodoo, die saugt GOTTES (gottes)
Liebe aus Suren. Uhren gehen nach, gehen vor.

Davor und danach Ich, Rufen
zwischen Graben und Mauer.

Helmut Ulrich


***


Unsichtbare Liebende

Steine, Steine, Lehm nur und Steine,
Küsse ohne Lippen, Weinen in schweigendem Entsetzen
von tausend Psalmenliedern schwebend in den Lüften
von meinen Augen bis zum Horizonte.

Ich denke und singe im Stillen
ohne wahrhaftige Erschütterungen
bin eingehüllt ich im Mantel des leuchtenden Himmels.

Auf meine Hände fallen
mir gar nicht bekannte Schatten, Schläge von Träumen,
einst heftige Versuche von Liebe, die gescheitert,
neue Unwetter von alten Botschaften,
von meiner Stimme monoton begleitet
immer von neuem an langen Nachmittagen.

Schluss jetzt mit all dem Gesäusel
von Hoffnungen umnetzt trotz aller Ferne,
der Abendsonne, die niemals erreicht wurde
von den Flügeln der weißen Schwalben.

Schluss jetzt mit den Tränen, den Versprechen,
mit den mächtigen Welten und all den blendenden Sternen.
Schluss jetzt mit Aufopferungen, mit Grenzen,
mit spitzfindigen Seufzern, mit unsichtbaren Liebenden.

Teresinka Pereira


***


Gefunden

Ich promenierte
So für mich hin,
Und nichts zu suchen
Das war mein Sinn.

Bald aber sah ich
Ein Kaufhaus stehn,
Die Fenster leuchtend,
Die Türen schön.

Ich wollt' vorüber –
Da sagt' es fein:
Soll übervoll ich
Umsonst denn sein?

Sah's ein, betrat es;
Ich suchte aus,
Und viele Dinge
Trug ich nach Haus.

Jetzt geh' ich dauernd
Zu diesem Ort
Und trage immer
Mehr Waren fort!

Gottfried Weger

Aus: »Hau'n wir der BRD...«


***


Opuskulum Winter-Porträts

Der Emissär verkündet cäsarisch die letzte Runde
Zentren und Zirkulare der Résistance gehen zugrunde
in jenem Dorado des mentalen Manegen-Messias
dem Manager-Terrain der Massa-Humanitas

Das Christfest beging das Überhaupt der Republik
pausierend im Lehrgebäude fürs Mäuse-Mekka
nach vorn beflügelt mit dem Retro-Blick
auf den Planetenplan für den Korsaren-Koloß
den Bruderbund der Hyänen im Hunnen-Krieg
hinterm brünstigen Hähnen-Hennen-Geschrei
vor der naturwüchsig wölfischen Gefahr
fragte den Eunuchen am Häftlingskai
nach seiner Spätlings-Schar

Als „Fünfte Kolonne“ der Mammon-Majorität
trug die „Vierte Gewalt“ die Tatarennachricht vor
dem alt-geschichteten „Schicksalsgemeinden“-Chor
auf dem Gemeinplatz der Varietät

Epochal die Honoratioren-Horen beteten
Bevor steht der Aufeinanderprall der Kulturen
im Epauletten-Epos der Aktiva-Apologeten
und der Nachtsaison der Megalopol-Huren

Die Erde leidet nicht Mangel an Messianismus
weitet sich die Schrottheide aus im Marotten-Millennium
und der Calvinismus für privaten Reichtum
als Formel eines auf Gott gebauten Luxus

Im Kreuzzug gegen Terroristan
zuckelt der Zombie-Zyklop der Prostituierten-Zunft
durch den Zirkus-Zyklon voran
zollt Tribut dem Gottesacker der Zukunft

Zeremoniell der Zorn im Zensur-Zirkus
hausiert Prometheus weiter auf dem Kaukasus
Robert Malthus exekutiert mit himmlischer Hysterie
nachhaltig den Utopia-Poeten Thomas Morus
wegen der Negation des Eigentums-Arie

Während Pleitier-Piraten im Literaten-Turnus
weilt Votan als Kostgänger im Vatikan
als kosmetischer Varianten-Veteran im Lateran
mit dem Islamismus-Hype im Absolut-Ismus

Während die Planeten-Partie auf der Plagiaten-Party
mit Renegaten-Regiment brilliert in brünett
die Faszination der Ethnifikation im Werte-Korsett
zärtelt der Demokraten-Dynast heiser
im Novum normalicum dem Dukatenscheißer

Nach dem Wallachen-Typhus im Briganten-Haus
bricht in der Privatier-Walhalla Panik aus

Über den Löffel barbieren
die Braintruster der Bramarbas-Bastei
im Papagallo-Parkett hinterm Parteien-Papagei
in einer Tour wie der Wogenprall den Fels
mit der frommen Mär den Barbaren-Paria
– überall zuhause die Inkarnation des Teufels –
triumphiert mit der Routine Ave-Maria

Bankier- und Broker-Barden hoppeln
hinter dem Hyänen-Hype in Husaren-Stiefeln
stimmen das Hunnen-Hurra an
den Superlativ der Hybriden-Hymnen
mit Furien- und Hurien-Elan

Laterale Lakaien mit Liliputaner-Laterne
bestellen Berserker-Basen aus der Ferne
waschen mit einerlei elegischem Jägerlatein
elegant die Litanei-Latrine seines Leibes rein
als Coming man in der Comic-Company

Zu Pop-Propheten avancieren
die Musketiere der Wortwarte und computerisieren
Dante Alighieris Divina Commedia
mit fragilen Stilblüten der Mass-Media
den figurierten Fragmenten der Cyber-Viren

Polyzentral in allerlei Eile
legen Laptop-Ritter den Lakaien die Leine an
dann ihrer Short Story die letzte Feile

Gegen Periöken beim Salto mortale
brüstet sich die europäische Integrationale
duldet keine Allegorie auf Gegenfeuer

Tartüff-Tanten treiben Tribute ein
Beim Altabrahamiten-Tamtam des Jehova
kreist die Sondersonde der Supernova
über den Dächern unter traniger Luft
Claudillos aus der Grotten-Gruft
greifen Revolteure der Libertätslyrik an
Dem Söldner der Soleil-Sophie bleibt die Spucke weg
und im Mikrokosmos des Sprachchaos dem Software-Klan
der Druckletter der Münchhausiaden-Epik schräg
Krisenkritiker haut es selbst aus den Stiefeln
fenstert verblümt das Gottseibeiuns hinaus
in die fingierte Finsternis des Kastenbaus

Gegen den Türkenturm hinter dem Balkan
strengt sich der Bleistift der Volksstifter an
fabuliert aus Kleinasiens Millionenheer den Horror
für Civis Europeanus Schlacht gegen den Terror
oder gegen das Opuskulum des Opponenten
ein Schlag ins Kontor

Wie es rein in Aquarell und hold
rollt das Zweitausendfünf ins Gedächtnis-Gebäude
aber auch mit dem Hominiden-Herold

Während Oberhäupter der Fiesta-Feste
in Schwarzen-Winter-Akten
über das Geschick der Provinzia Anatolia-Reste
des Manngeborenen Guten-Gerechten-Schönen tagten
feierte Mehmet der Falkenfein sein erstes Heirat
begleitet von Gabriels epischem Elaborat

Nicht mehr schwer wiegt der Weltschmerz
wie auf der Sonnenstufe der Globetrotter ziehen
die Desperados und hybriden Heloten
vom Agentia-Agora-Rand der Demograzien
in das Herz des Blauen Planeten

Der Orient auf seinem Vorderflügel den Mohr
liegt viel näher zu den Morgentoren
als der Space Shuttle der Kröten-Mentoren
im Tumult der Trikont tritt hervor

Melancholie-Memoiren im Memory
Albatrosse überqueren Kilimandschora
nordwärts mit der Kassandra-Story
über souveräne Savannen und Sahara
gegen die Papiertiger-Potentaten in Pentagonien
mit Rebell-Robinsonaden aus Patagonien

Hayati karikiert einen Kreuzberg der Giganten-
Widerstände gegen Berolina-Briganten

Heleno dichtet zum Fünfundsiebzigsten
für Morgenstürmer auf die Demokratur-Dynastie
heliophile Elogen auf Don Quichotte-Kosmos
brüskiert das Baronat der Intelligenzbestie
Heloten mutieren zu Guerilleros

M. Kurtulus