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Die Minderbemittelten bemängeln das elitäre
Mangelmanagement und bringen sein Ellenbogenrecht zur Räson
Bildkräftige Gedankensplitter aus einem Winter,
der sich besonders boshaft dem Zyklon näherte
Von Necati Mert
Es gibt die Folge der Episoden, zusammengestückelt von schrägen
Schreiberlingen der merkantilen Mediakratie, der Orthodoxie der
ordinären Ökonomik sowie der Vulgo-Demokratie, um den
Fortbestand des Turbokapitalismus zu untermauern sowie das ideologische
Abdriften von Eigentums- und Marktgötzen zu verhindern.
Es kriselt. Furcht und Elend im systemischen Szenarium
der Krachkonjunktur summieren sich. Der Souverän überwacht
hastig den faulen Haufen von Havarien, sichert den Betrieb der Singakademie
von Marktschreiern und Moneymachern, somit das Glück seiner
bieder Untergebenen.
Es kreiselt. Die Erde bewegt sich. Man geht mal unter
dem Label "Wertegemeinde", dann mit einer "Weltgemeinschaft"
zu Werke. Die miserable Maskeraden-Maschinerie der Menschenrechtsmonopolisten
zieht an der Würde und dem Wert des humanen Individuums vorbei,
zugleich dem sozialen Fortschritt. Stets gegenwärtig halten
die Leuchtturm-Wärter der Warenauswahl an ihrer Überlegenheit
fest. Die mobilen Moralapostel mahnen fleißig vor der mentalen
Malaise am Gegenufer der sozial Entrechteten. Armen-Hirte liegen
in Morpheus' Armen. Das Kredo, daß der Ständestaat sich
als Kreditor aufspielt, zieht kräftige Kreise. Die hochbejahrte
"unsichtbare Hand" der Marktkräfte möchte gern
den alten Adam ablegen, tut sich als Global Governance hervor. Darunter
heucheln demokratisch dekorierte Staatsschauspieler sehnlich Sentimentalität.
Es rumort überall hörbar. Das Novum Romanum
der Nordiden-Nomenklatur kriegt die Krösus-Krise weit über
den herben Herbst des erbärmlichen Endkapitalismus hinaus.
Die High-Society fürchtet den Furor der Furie, veranstaltet
daher kostspielige Urnengänge, um die Loser aller Länder
zu unterhalten - mit parlamentarischen Palaverpartys.
Bourgeoise Humanität der beständigen
Besitzstandsbesten – alte Gülle in neuen Schläuchen
wie Enduring Freedom
Es kreischt kräftig. Der nordatlantisch arische
Pakt steckt tiefgründig im Kröten-Crash. Seine Regentschaften,
besonders die des Groß-D-Landes, stehen noch hastiger mit
dem Rest des Erdkreises auf Kriegsfuß. Das transnationale
Lehrgebäude unter der Leerformel der humanitären Redegabe
zielt auch auf die kulturalistische Abqualifikation der peripheren
Parias.
Immer wenn die Rhetoren der Neuberliner Republik germanophilen
Genres mit Weitblick auf dem Kaukasus ihre Zunge lösen, heißt
es die "brutale Invasion der Russen", und mit dem Laien-Bardenblick
aufs Amselfeld in Balkanien lautet das latente Urteil der medialen
Leihrichter "humanitäre Intervention des Westens".
Den turbulenten Trumpf "Minderheitenrechte" aus dem UNOversalen
Kapitel der kulturellen Menschenrechte, der den christlich-abendländischen
Hegemonial-Habichten immerdar den expansiven Triumph in Aussicht
stellte, spielt jetzt ausgedehnt auch Moskau.
Es triumphiert. Die "Föderalistische Union
Europäischer Volksgruppen" (FUEV), von der Berliner Reichstagsrepublik
gepäppelt und angetrieben, agiert vom Balkan über Kaukasus
bis zum Hindikusch, bald auch in Alanya, "Klein-Allemania"
am östlichen Mittelmeer, so sicher wie das Amen in der Kirche.
Die kulturellen Menschenrechte, auf denen der Passus der hegemonialen
Ambitionen fußt, gelten im Stammstaat der FUEV natürlich
nicht.
Stetig steigt hier der Pegel kulturalistisch kalkulierter
Fluten, die von der Gesamtgewalt der Majorität in Gang gesetzt
werden. Immer mehr autochthone Ansässige geraten ins Zentrum
ressentiment-geladener Ausschluß-Aversionen. Immer maskenhafter
werden Maßregeln reglementiert, um die eingewanderten Einwohner
abzusondern, sie als Ungebändigte des Getto-Getobes zu thematisieren.
Wenn es hierzulande um die Lebenswelten islamischen
Glaubens geht, werden sie als noch nicht trocken hinter den Ohren
figuriert. Hingegen werden die Machtmuslime am Bosporus als Superdemokraten
über den grünen Klee gelobt, da sie sich dort bereits
als lokale Lakaien des eurozentrischen Expansionsdrangs erwiesen
haben. Das aktuellste Fabrikat aus der mass-medialen Gespenster-Gilde
trägt den trickreichen Titel "Gefahr", die angeblich
vom Islam ausgeht. So ist Islamophobie unter Schwarz-Rot-Gold mit
der Marke "Terror" versehen, die Hochkonjunktur hat. Sie
ist nicht allen das Weltbild einiger extremistischer Populisten-Promotoren
am rechten Rand, sondern darüber hinaus umfaßt sie fast
das ganze Spektrum des breiten Publikums.
Wenn sich seit fast vier Jahrzehnten die integrationale
Investition bzw. Intervention als Fakt erwiesen hat, daß sich
die Teuto-Türken mit islamischem Gottvertrauen auf den Fährten
zum Getto befinden, sollte ihnen doch die kulturelle Autonomie gewährt
werden. Doch das Recht auf Selfgovernment gilt im (Be)Reich des
ethnisch homogenen, respektive germanischen Volksstaates nicht.
Auch nicht exemplarisch oder emblematisch. In "interkulturellen"
herbstlichen Partywochen und manchen Protest-Parties wird nicht
die Islamophobie selbst, sondern deren rechtslastige Präsentation
als obszön wahrgenommen. Der antirassistische Konsens im linkem
Spektrum wird kaum wirken, solange er sich reflexartig und reklamehaft
nur gegen die Kreischer am äußerst rechten Rand richtet
und nicht gegen die germanophil liberale Hegemonie.
Es manifestiert: Dieses christlich-abendländische
Gesellschaftsgebäude kreiert ein Massenbewußtsein mit
anti-islamischen Ressentiments und reduziert einen beträchtlichen
Teil seiner Untertanen auf das ethno-soziale Unten marginalisierter
Bürger- und Menschenrechte. Da im Dunkel wird kultureller Überlegenheitsdünkel
verbreitet - gegenüber anderen arrondierten Lebenswelten.
Es animiert: Mitte Oktober 2008 gastierte die Republik
Türkei in Frankfurt am Main, in der weltgrößten
Messe der schwarzen Kunst, und gab den Hauswirten den Anlaß,
sie als Brücke in die mittelöstlichen und zentralasiatischen
Ressourcengebiete einzuspannen. Da sahen Wortfechter der Teutomanie
ihre Blütenträume reifen. Es ging darum, die diesbezüglichen
Ambitionen Ankaras mit deutschen Absichten zu verzahnen: Drang nach
dem Osten, zu den Öl- und Gasfeldern.
Tribunen des doktrinär demokratischen
Titanen-Turms befindet sich im Fluß vor dem Tribunal –
das Prekariat prangert an
Zur Zivilisation zählen mechanische bzw. materielle
Faktoren, zur Kultur Ideale, höhere geistige, künstlerische,
sittliche Eigenschaften. Allzeit alarmiert, als alterprobte Gipfelstürmer
zielen die alimentierten Groupies der Grossisten den Blinkerblick
auf das Allerlei am global sozialen Talhang, zieren den Allgemeinplatz
mit Tartüff-trüben Allüren.
Es kriselt. Was das Gedankengebäude der Zivilisationserstlinge
angeht, da ziehen Zebaoth und Gott am selben Seil. Also es kreiselt,
und der Hegemon grinst. Die Propheten des wackligen Profitsystems
schlagen Alarm, lamentieren vor dem Flöhencrash sowie wegen
der Laienlyrik ihrer linken Rivalen, denen sie dann die Flötentöne
beibringen oder die sie durch die Gosse ziehen.
Im Dickicht der diktatoralen Dogmen dominieren die
digitalen Dilettanten der medialen Meute über den Intellekt
des breiten Publikums. Jeder Federschwenker, Tiefen-Tüftler
der Turbo-Theorien oder Tastatur-Tätige eines Elektronengehirns
versteht sich als letzter Mohikaner und sattelt so den Pegasus beim
blassen Himmelblau, fabriziert moralinsaure Kanons als kulturalistischen
Konsens, der im Kolonisatoren-Kosmos der zivilisatorisch Überlegenen
zum Vorschein kommt. Ziemlich zombig. Epische Episoden der selbstgerechten
Urbanen entpuppen sich erkünsteltes Luftschloß. Das Gewicht
des Jägerlateins, vom medialen Metier melancholisch ausgesät,
vom breiten Publikum für wahr gehalten, haben dramatische Folgen
auf das humane Habitat.
Es braust. Die Bravour-Bourgeoisie gibt sich leidlich
Mühe, ruhiges Blut zu bewahren und nun erst recht Ruhm zu ernten.
Im herben Herbst 2008 nimmt das Geldweltmarktbeben gewaltige Züge
an, treibt die okzidentalen Oligarchien an, den Minderbegüterten
auf allen Erden das Mark aus den Knochen zu saugen. Und das Elendsmanagement
in den elitären Metropolen der Erdgemeinde zielt auf die Elimination
des überflüssigen Prekariats in den peripheren Steppen,
Savannen und Slums, aber auch in den Zentren der Prosperität.
Gleichgerichtet tritt der Unrat über die Ufer. Gewiß
noch unsichtbar. Doch Gestalt nimmt ein Tribunal gegen den kapitalistischen
Totalitarismus. Auf der Anklagebank sitzen bald die Marketender
und Geldschneider, kurzum: die Triumphatoren der merkantilen wie
monetären Kreuzzüge.
Der Herold des gelebten Weltalters richtet
auf monetäre Malaise der modernen Herkulesse den Blick
Hunger versteht sich als ein geistvolles Geschäftsobjekt,
wird von Honoratioren der humanitären Gilde, NGO-Akteuren zu
hohen Feiertagen zum Thema erhoben, an die bourgeoise Barmherzigkeit
und private Spendierlaune der Übersatten appelliert, am Ende
zugunsten anderweitiger Problemfelder abgesetzt. Die warmherzigen
Revoluzzer nehmen das globale Auftreten des Phänomens in Augenschein
und informieren darüber, daß das Hungern ein harter Schlag
ist, schrecklich, aber Schicksal. Davon abweichende Gedankenfolgen
kriegt man in die falsche Kehle. Moralwachteln und Krisenwarnern,
die sich allein ihrem gefallsüchtigen Gewissen verpflichtet
fühlen, ihnen tut das Leid, das die allmächtigen Marktkräfte
auf Weg und Steg anrichten, leid.
Es grinst großspurig. Daher rufen sie den alten
Pfaffen Malthus ins Gedächtnis, der die Überzahl der Erdeinwohner
durch Seuchen, Kriege u.a. reduzieren und so das Gleichgewicht zwischen
Lebensmittelproduktion und Population herstellen wollte. Doch der
Hungertod ist nicht die Folge der Knappheit, sondern des Preismechanismus,
der den Überfluß ausmerzt, den Werteverfall verhindert
und das Privateigentum vermehrt.
Die Melancholie kreuzt nicht mehr als Anomalie auf.
Es dreht sich dabei nicht um eine Krankheit, die auch im antiken
Weltalter sichtbar hervortrat. Der Schwermut der Wenigheiten, welche
sich auf die übergroße Masse der planetaren Population
belaufen, mausert sich zum marktfromm ausgeformten Marasmus, dem
Klagechor der Methusalems.
Das Mainstreaming des debattierten Politikums fußt
nicht auf den mondial-sozialen Gegensätzen, sondern wird auf
das breite Publikum einer Nation sowie auf die mentalen Schicksale
der metropolitanen Schickeria verkürzt. Milliarden von Erdenbürgern
fühlen sich vom hundsgemeinen Heulen der Finanzhaie nicht betroffen.
Das Erdenrund bricht als provisorisch geteilt in provinziellen
Zonen und prosperierten Zentren hervor. Die Metapher der Metropolis
versteht sich als deras Mekka der marktgläubigen Marionetten,
der fiktive Ort des christlich kapitalistischen Abendlandes, zugleich
als Drehpunkt der Zivilisation universalen Gedankengehalts. OneWorl-Kapitale
Washington läßt sich als ein solches Metropolis markieren
- dort am Potomac mit Pentagon und Kapitol neben dem Weißen
Haus. Der frisch favorisierte Imperator mit weißem Hirn und
dunkler Haut wird in der Kulisse "Oval-Office" genau die
Rolle spielen, die ihm aus dem Postzsenium die Souffleure ins Ohr
flüstern.
Parias des Blauen Planeten kreiden die Platitüden
der Privatiers an
Die Himmelsstriche des UN-kontrollierten Erden-Elends
weitet sich unabwendbar aus. Doch die nordisch arisch ausgebrütete
Wertegemeinschaft der OneWorldOrder befaßt sich damit, mehr
Demokratie-Export, damit die Markt-Expansion zu wagen.
Es bräunt. Ans Ruder gelangen die Agenda-Agenten
des Global Players allerorten mit Gloria und Grazie, und parlamentarische
Parade-Parteien schreiten als Pressuregroups des preisgerichsparaten
Gewichts zur Tat. Die durch den Urnengang berufe Häuptlinge
stehen den peripheren Menschenscharen des Globalvillage vor, betätigen
sich als Vasallen des weißen Warte-Turms.
Septembertage auf Kalenderblatt
Temperaturen kühlen ab
in Silhouetten der Mäuse-Häuser
manchmal auf Werte am Gefrierpunkt
Wie engmaschig die kranke Krake
des christlich-abendländische Kosmos
überwacht werden kann
weiß kein Forscherfrosch im Frost
Es prangt. Naturgüter, Bodenschätze und
humanes Geschlecht werden von der Besitzstandsbastei zur Ressource
degradiert, mondial vagabundierende Brandstifter zum braven Dirigenten
des Feuerwehrchors erklärt. Jedem Narren gefällt seine
Kappe, und die Schildkröte erschien im Glotzophon und sprach
als Methusalem während der kalten Tage des Kröten-Krachs
als Satrapensatire den Reklame-Text für heiß gedruckte
"Bundeswertpapiere".
In der spätbourgeoisen Sphäre des humanen
Fortschritts verdienen sich die ständestaatlichen Sponsoren
des krisen-kapitalistischen Kasinos die Sporen. In der nächtlichen
Spelunke der Hypotheker hauen sich die Spekulanten den Bauch voll.
Und die poppige Party der Privatier-Piraten hält an - noch
bis zur Morgenröte.
Planetare Parias beaugapfeln während ihrer orakelhaft
opponierenden Odysseen das Eldorado der auserkorenen Kreaturen,
die zivilisationszentrische Zeremonie, den marktgläubigen,
hinterlistigen Humanismus, der sich von Besitzkastenkritikern, den
Rebellen der Barbaren-Baracken, nicht auf den Kopf spucken lassen
will. Lieber liebäugelt der Kaskaden-Kapitalist mit der linken
Libertinage im Exklusiv-Museum der liberalen Laienliteratur als
mit den aus Neue prahlenden Piraten, obwohl sie ihrem Bestreben
nach mit ihm verschwistert sein können. Hier dreht es sich
um jene Raubritter, die zivilisatorisch nicht legitimiert sind,
auf einen Teil der transnational transferierten Beute, des Mehrwerts,
Anspruch zu erheben.
Auf eine Seeschlacht richten sich die Nationen des
Nordatlantischen Paktes (NATO) gegen die reinkarnierten Freibeuter
ein. So patrouillieren Kriegsschiffe unter Schwarz-Rot-Gold im Indischen
Ozean, exakt lokalisiert, im Golf von Aden, der Meerenge zwischen
Somalia und Jemen, wie sie auch vor den Küsten der Levante
Wachdienst halten.
Gegen die listigen Korsaken am Horn von Afrika, welche
die Steppen, Savannen und Wüsten verlassen, um ihrem Los dann
im Salzwasser des großen Teichs auf den Fersen zu bleiben,
kommen die Kreuzritter der "Operation Enduring Freedom"
selbst als lästige Korsaren zum Vorschein. Diese periphere
Geographie der Schlacht für die "dauerhafte Freiheit"
bleibt ganz gewiß nicht mit der Intervention in einer Meerenge
eingegrenzt. Bald wollen die Luftflotten der nordischen Alliierten
über den Himmelsstrichen Somalias Bombenregen ins Werk setzen.
Dort kommen auch die migratorischen Erdlinge verschiedener
weiterer Gegenden zusammen mit Blick auf das Gegenufer als Eldorado.
Im Jahr 2008 wagten 38.000 migrantische Mohren den Golf von Aden
mit armseligen Seelenverkäufern zu überqueren und in den
Jemen zu gelangen. Mehr als 600 von ihnen verunglücken beim
Passieren des Seepasses, landeten im Gottesacker am Meeresgrund.
Treibjagd gegen die Migrantenheere autonomen Ausblicks inszenieren
die Höflinge der Metropolis, um Triumphe zu feiern sowie die
Kapazität der Arbeitsfron zu sichern. Und die Leithammel mit
ihren Leitkulturkumpeln mannigfaltiger Standorte verdeutschen aus
voller Kehle, daß der Fortbestand der Prosperität dem
systematischen Import des Humankapitals am Tropf hängt.
Auf die Anklagebank bringen die Besitzlosen
den selbst ernannten universalen Hegemon
Der Zyklop der krakenkapitalistischen Krise erwacht
und erwächst. Der Mephistopheles fährt die Retourkutsche,
lehrt den Mäuse-Messias das Fürchten. Auch retrospektiv.
Da reift in seinem Tiefen dennoch der Plan, sich die Eselsbrücke
des Planeten bis auf den letzten Buchstaben zu bemächtigen.
Spätmoderner, atomisierter Individualismus, nämlich der
totale Rückzug ins Private ist die Folge der platten Palaver-Partie
des Demokratismus. Nicht einmal der Schutz des ureigenen Humanen
bewegt die Privatier-Partei zu kollektiven Kompromissen. Das Unbehagen
transformiert sich nicht in Kritik, gerät in Verfall, verfault
auf dem Transparent der kruden Karikatur.
Es graut. Fast ein halbes Jahrhundert her als die
Chicago-Boys samt ihren Klonen die südliche Halbkugel erstürmten.
Das globalisierte Marktkräftespielkasino des Milton Friedman
manifestierte die Maxime der Oligarchen, soviel Krötenkapital
zu akkumulieren wie möglich. Das tat die "unsichtbare
Hand" auch, die nun das nackte Faust des Staates zur Hilfe
ruft.
Rechenschaft fordern die Pleitiers des merkantilen
Messias
Gerade erleben die nordisch-arischen Hochburgen des
in Fäulnis übergehenden Kapitalismus ein Gelderdbeben
gewaltigen Ausmaßes, modeln in einem abgrundtief brodelnden
Hexenkessel herum. Reformatoren touren durch die Staatsanstalten,
ohne ihre Würde ins Feuer zu werfen, solange sie für den
Erhalt der Besitzstandspyramide ein goldenes Herz haben. Desolate
Desperados dominieren freihändig über die Oberetagen,
haften für die schicksalsschwanger schikanösen Ochsentouren
und bleiben stumm.
Es seufzt die Geschichte. Selbst die Klimbim-Kritiker
legen der nordischen Noblesse das Auftürmen des eliminatorischen
Elends zur Last und bürden ihr die Schuld der kosmisch kontinuierlichen
Katastrophen auf.
Es wettert. Der Mäuse-Marasmus weitet sich weitläufig
wie weidgerecht aus. Wetterleuchten macht Schildbürger weichmütig.
Beim Wettstreit der Beutelschneider um den Wert wirft der herkulische
Winkelwertadvokat der Patronage den Werktätigen den Fehdehandschuh
weihevoll ins Gesicht und tut das Waterloo wiederholt kund. Der
Mittelstand, mit ihm der kleinbürgerliche Kreis posiert kollaborationsbereit,
heult mit den Wölfen und heuchelt: Himmelkruzitürken kommen
erneut zum Vorschein.
Die "Volksgemeinschaft" germanischen Genres
lebt ohne Alternation fort, aber auch ohne den Ariernachweis ihrer
staatsbürgerrechtlichen Angehörigen. Die Fontäne
des Rassistischen versiegt nicht, bleibt sprudelnd mit Teutonen-Tönen,
und der Souverän hält den anderen eine Standpauke, die
sich verweigern, absolut akklimatisiert zu werden. Das von Willy
Brandt einst ausgebrütete Schlagwort "mehr Demokratie
wagen" führte einen starken Staat im Schilde, dessen fundamentale
Funktion auf Profit und Privateigentum fokussiert, den Marktmagnaten
sowie Kaskaden des Kapitals den Rücken deckt, nur am Rande
die Besitzlosen-Basis des Gesellschaftsgebäudes tangiert.
Himalajahoch ragen die Ambitionen der Teutomanen über
alles. Jahrzehntelang zeremoniell zerlegt, ziehen sie mit gleichem
Slang der Kanaken alle auf einen Faden, zensieren unterm Lehrgebäude
"Political Correctness" jeglichen Fernblick auf die kosmopolitane
Utopie, zementieren eine Dystopie der Despotie mit der ethnozentrischen
Zivilgesellschaft. Die Rezitation der selektiven Assimilation wird
besonders hörbar mit dem Refrain "Integrationale Inkognito"
des Hohnhymnus auf Türken. Die animierte Anomalie erzeugt zwischen
Arier- oder Blutdeutschen und den Mulatten die Wertstufe, entfremdet
die Spätankömmlinge von der gesellschaftlichen Gegenwart,
indem man ihnen einen Sonderstatus zuschreibt - unter dem Label
"Mitbürger mit Migrationshintergrund".
Hungerleider rümpfen über die Humanitas
der kraken-kapitalistischen Hybris die Nase
Nach Opfern giert drahtig das breite Publikum der
imperialen Zentren. Es dreht sich dabei um den Verlust des Angeeigneten,
der ins Haus steht. Aber auch die Loser hegen Blütentraum darauf,
daß ihre Zeit kommt.
Es gewittert. Dort unten, im enteigneten Süden,
ruft der Hungertod. Allee sechs Sekunden rafft er ein Kind unter
fünf Jahren dahin. Rund 100 000 am Tag. Seit Ende der 1990er
steigt die Zahl derer, die am Hungertuch nagen, jährlich um
vier Millionen an, erreicht mittlerweile eine Milliarde.
Die Schere zwischen Wohl- und Minderbemittelten öffnet
sich weitläufig. Da können sich die drögen Dolce-vita-Demokraten
vor ihren Untertanen unteilbar als Werteträger aufplustern,
in demselben Atemzug als Apologeten der Eine-Welt-Emphase. Als Paradies
des lässigen Handels und Wandels erwies sich die Geldwelt,
in der ein großes Hauen und Stechen um Ressourcen stattfindet.
Werkbank der Weltbanken - zünftige Wallstreet-Zündler
lassen den Globus züngeln. Allerdings geht keiner in die Knie
vor dem endkapitalistischen Koloß. Man glaubt, daß es
ein Strohfeuer ist, das rasch wieder verlischt. Triumphale Tribunen
suchen Verse in den Büchern mit gold-meliertem Deckel, beschönigen
die Timokratie der Titanen und die Theokratie der Tiraden. Nicht
im geringsten liegt der prahlsüchtigen Journaillen-Junta daran,
am ewigen Zeitalter des imperialen Kapitalismus zu zweifeln und
die Society der feinen Oberkastenkarikatur aufzuklären.
Es rüttelt an den Ketten auf Weg und Steg. Wider
das Spektrum der Spekulanten brechen die Spätlingsspäher
des Spartakus über den systemischen Souverän den Stab,
verdammen den Schwarm der Hyänen hinter der mystisch humanitärer
Maske.
Der migrantische Heimlichen-Mohr stellt die
Talkshow-Tartüffe bloß und attackiert die weiße
Wagenburg der Weisen
Die gutbegüterten betagten Bürger im Alten
Kontinent sind auf billige Pflegen angewiesen. Ob die Hungernden
die Altenpyramiden im hohen Norden studieren, um sich eine Zielregion
auszusuchen, bevor sie in See stechen und den Tod in den Wellen
finden. Humanistische Herrschaften weisen stets darauf hin, daß
die archaischen Einwohner der Prosperitätssphäre ohne
die oft illegalen Altenpfleger und Haushaltshilfen nicht auskommen.
Dazu kommt, daß zuhauf Dreck aufgeschichtet wird, den solche
heimlichen Galeerensklaven vom Tisch fegen müssen.
Nebenbei: In Groß-D-Land fehlen bis 600 000
qualifizierte Erwerbstätige. Es wird versucht, Anreizsysteme
und zugleich das Auslese-Getriebe zu perfektionieren. Nicht nur
verbal. Künftig steht ein Krieg um die besten Köpfe bevor
- zwischen Standorten und Staaten.
Es kriselt. Die Regenten des demokratischen Regimes
agieren eifrig gegen jeglichen Blütentraum der Loser im erdweiten
Unten. Im Stillstand sind die potentiellen Morgenstürmer. Der
Troupier-Trabant der sanftmütigen Troubadoure tritt auf der
Stelle. Der Kritikus kommt aus dem Kurs. Die Tüftlergenies
der Gettogether-Theatralik verschwinden im Nebelwald der Tragik,
schließen ihre Augen vor dem Regenbogen, verhöhnen die
Parteigänger der Utopie. Die alimentierten Akteure der gentilgesellschaftlichen
Gebräuche überwachen in der Arena der Karriere-Krieger
die Episode der Dystopie. Überall, worauf man ein Auge riskiert,
kreischt Krise, grinst Armageddon.
In allen Klagerunden sticht die alteingewurzelte Allotria
hervor. Was über Null-Gewicht verfügt, ist die demographische
Krise. Doch die erwerbsfähige Population in imperialen Zentren
stagniert. Wie die Demographen vorhersagen, fehlt bis 2030 dreißig
Millionen, meist qualifizierte Arbeitskräfte. Den Mangel an
dieser Humanressource will man durch den gezielten Import decken,
zugleich die nicht-nachgefragte Migration unter Kontrolle bekommen.
Zu diesem Zweck fand am 25. November 2008 im libyschen Tripolis
eine "EU-Afrika-Konferenz" statt, an der mehr als achtzig
Delegationen teilnahmen. Verabschiedet haben sie dort ein berlinisch
herrisch inspiriertes Dreijahresprogramm, das den beteiligten afrikanischen
Staaten de facto oktroyiert wurde.
Das Papier, das in allen wesentlichen Elementen den
Ambitionen der Berliner Republik entspricht, sieht vor, neue Mechanismen
für einen passgenauen Zufluß afrikanischer Arbeitskräfte
in die EU zu entwickeln. Für den selbsttätig migratorischen
Haufen sieht das Programm originelle Anstalten zur Abwehr vor, darunter
die Indienstnahme kostspieliger High-Tech-Geräte zur Personenkontrolle.
Während die Gewinne aus dem Technologieimport
wie im Falle der Biometrie in die europäischen Industriestaaten
fließen und dort den weiteren Aufbau der Repressionsindustrie
unterstützen, betätigen sich die Staaten Afrikas im EU-Auftrag
an ihren eigenen Grenzen als Migrantenjäger. Nicht zuletzt
werden sie im Tripolis-Papier aufgefordert, eine umfassende Rücknahme
ihrer Untertanen zu garantieren, sollten diese in den Zentren der
Europiden-Bastion nicht mehr erwünscht sein und deshalb deportiert
werden sollen.
Bei diesem schwer-winterlich in den Sattel gehobenen
Treffen handelt es sich letztendlich darum, "das Fundament
für weitere konkrete Schritte der Kooperation entlang der westafrikanischen
Migrationsroute zu legen" erklärte der Staatsminister
im Auswärtigen Amt, Günter Gloser. Tatsächlich haben
die Projekte, die zur Zeit in Westafrika erprobt werden, Modellcharakter.
Die autorisierten Regimenter in Berlin und Brüssel würden
sie in Zukunft "auch auf andere Migrationsrouten in Afrika
und den östlichen und südöstlichen Nachbarregionen
der EU anwenden".
Überdies soll mit dem zyklischen Terminus der
"zirkulären Migration" eine frisch gebackene Ära
des konventionellen Gastarbeitermanagements mit Rückkehrzwang
eingeleitet werden. Durch die Unterschrift von Rückübernahmeabkommen
für "illegale Migranten" sollen die afrikanischen
Staaten ihre Kooperations- bzw. Kollaborationsbereitschaft bekunden,
Migrationsfluten möglichst weit vor der Scheidewand der Feste
Europa zu stoppen.
Klage erheben die Wanderproleten gegen die
okzidentalen Ali-Baba-Haramiten in ihren Perlenpalästen
Mit den Expressionen temporär, zirkulär,
prekär nimmt das aktuelle Migrationsregime von Neuem Gestalt
an. Mit jeder Scheidewand, die die Fluchtmigranten überwinden,
jedem Wachposten, an dem sie sich vorbeischleichen, hinterlassen
sie Überreste ihrer Mordgeschichten, wenn sie auf offener See
nicht in den Wellen verschwinden.
Die Regimenter des kompletten Limesregimes versuchen
sich einzubunkern, sich abzuschotten, bauen die Mauern immer höher,
bis sie in ihren Oasen des Amüsements irgendwann einmal nur
den Himmel, aber nicht mehr die Nachbarn sehen können. Es wird
zu spät sein, wenn die hiesigen Alteingesessen merken, daß
sich die Monotonie zum Moloch entwickelt, da das Fremde fern bleibt.
Es exerziert. Das aufklärerisch gegrübelte
Lehrgebäude, daß das humane Geschlecht in Rassen aufgeteilt
existiert, lebt fort. Zuletzt im Gehäuse der Kulturen. Beäugelt
man aber die Herkunft der geheiligten Mischpoche der Europiden,
sichtbar werden insbesondere Bastarde.
Es klassifiziert die Kasino-Kaste in Kaskaden. Wer
nun seine Taten als zivilisatorische Zucht reklamiert, seine Position
als einzig Positives deklamiert, wer also die klaftertief kreierte
Keule des unüberbrückbaren Antagonismus zwischen Okzident
und Orient schwingt, der lebt im Krater des historischen Stillstandes,
kann das geheimnisvolle Rendezvous der Kulturen, die gewaltige kreative
Energie, die aus den Migrantenfluten erwächst, nicht begreifen.
Die Menschenrechtsersten im Alten Kontinent an der Küste des
nördlichen atlantischen Teichs müssen, meinen seine weißen
Stabsstrategen, auf den jährlich wachsenden „Flüchtlingsstrom“
aus dem schwarzen Süden kräftig reagieren. Er darf einfach
nicht nordwestwärts fließen, lautet ihr arrangiertes
Argument.
Augenfällig haben sich die Strategen der Feste
Europa mit der agil aggressiven Agentur Frontex ein arg schlagkräftiges,
transnational ausgerüstetes Grenzregime geschaffen, damit die
Verelendeten in ihren Slums ruhig gestellt. Für das Wachstum
des Reichtums, der in den Kerngebieten der EU produziert wird, sind
sie großenteils nicht zu gebrauchen, also steht ihnen auch
hier kein Lebensrecht zu. Strenge und Gewissenlosigkeit im organisierten
Umgang mit den Aufgegriffenen sind deshalb die gängigen Methoden
für die Grenzpatrouillen der Erdeliten-Union, die ihren Job
gut erledigen - und das alles wirft ein Schlaglicht darauf, wie
sich in der gegenwärtigen Welt Not und Reichtum in und zwischen
den Nationen sortieren, wie die Zuständigen dann das Menschenmaterial
in Volksgenossen, die zu ihrem nationalen Bestand gehören,
und für ihre nationalen Belange nützliche und deshalb
zugelassene Ausländer oder aber in nutzlose Hungerleider scheiden.
Man gestattet handgezählten Elendsgestalten aus
dem großen Reservoir, die man brauchen kann, die Einreise.
Als solche Kreaturen sind sie dann Stoff eines weiteren Paragraphen
zum Thema „Europas Flüchtlingspolitik“. Im klassischen
Kapitalismus sind bestens etablierte Bedürfnis nach billigen
wie willigen Arbeitskräften höchst attraktiv. Weniger
attraktiv erscheint demgegenüber, wie im nationalen Blätterwald
gelegentlich zu Protokoll gegeben wird, für das hiesige Staatssystem,
daß diese ‚Clandestini’ (‚Heimlichen’)
wesentlich mehr Straftaten als Alteingesessenen und regulär
im Land lebende allochthone Malocher verüben.
Es steht fest: Für die Frontkrieger der Frontex
dreht es sich darum, den Strom der elenden Kreaturen zu stoppen,
die man nicht ins Herrenhaus der Prosperität lassen will. Für
die kritischen Humanisten und selbstherrlichen Sansculotten der
hoch zivilisierten Zone geht es überhaupt darum, daß
man gelegentlich Klarheit gewinnt, ob diese Clandestini vielleicht
auch als Verfolgte im Sinne der hiesigen Gesetze eingestuft werden
könnten.
Die EU-Agentur Frontex mit ihrer überstaatlichen
Flottille ist zuständig für die Koordination der agierenden
Grenztruppen, Kenntnisse und Risikoanalysen. Sie macht vor allem
in mediterranen Gewässern von sich reden, wo sie die Holzboote
mit migrantischem Menschenmaterial daran hindert, zu den altkontinentalen
Küsten vorzudringen.
Die Agentur Frontex beäugelt: Anhaltend ertrinken
massenhaft migrationswillige, kleinmütige Meute, die in Nussschalen
und Seelenverkäufern versucht, die Misere mit dem Glauben auf
irgendein Auskommen in den nordisch kapitalistischen Metropolen
zu entkommen. Sie werden immer öfter von der Frontex-Formationen
aufgegriffen, die weit vor den europäischen Hoheitsgewässern
operieren und die Fluchtrouten, über die sie genau Bescheid
wissen, überwachen.
An den Pranger stellen die Galeerensklaven
ihre Peiniger im Patronagen-Port
Im Salzwasser vor der Scheidewand des nordischen Imperiums
kommt es von früh bis spät zu Havarien zwischen migrantischen
Seelenverkäufern und Frontex-Sturmbooten. Der Tod durch Ertrinken
ist allgegenwärtig. Das breite Publikum des europiden Prosperitätsforts
sieht nicht weg, sondern genau zu. Es nimmt sich das Geschehen sogar
als legitim zu Herzen - mit gleicher mentaler Manier und markiger
Manie seiner kolonialistischen Altvordern.
Es nominiert das Nonplusultra. Noch ist das okzidental
zivilisatorische Gemeinplatz-Geschreibsel weit entfernt davon, als
Geschichte normiert zu werden. Denn Geschichten fußen auf
Gewichten universaler Perspektiven, nicht auf der nomadischen Nomenklatur.
Es läßt sich notieren: Jahr für Jahr
sterben Fluchtmigranten am Limes der Europiden-Bastion in Scharen.
Bisher 12.938 im Mittelmeer sowie im Atlantischen Ozean vor den
Kanarischen Inseln und auf dem Weg nach Spanien, im Gibraltar. 3.208
im Kanal von Sizilien und vor Sardinien. 896 in der Ägäis
zwischen Griechenland und der Türkei. 616 in der Adria zwischen
Italien und Albanien. 603 im Indischen Ozean zwischen den Komoren
und der französischen Insel Mayotte. Die Dunkelziffer liegt
weit über 20.000.
Heimtückisch abenteuerliche Strecken haben sie
hinter sich, diese Wonnen- und Sonnensucher. Durch Steppen, Savannen
und Saharas marschierend gelangen sie an die Strände des Maghreb,
haben eine halsbrecherische Odyssee vor sich, um das Mittelmeer
zu überqueren. Vor den anhaltenden Migrationsfluten, an den
Stränden der Freudenreichen gestrandeten Globetrotter, bündeln
die Gendarmerie, Küstenwache, Schiffahrts-, Fremden- und Hafenpolizei
ihre Kräfte, um gegen die fabulierte Invasion der Minderbegüterten
vorzugehen.
Es sortiert das Terrain: Eine betonierte Separation
von äußerer und innerer Sicherheit gibt es nicht mehr.
Der Krakeel zwischen Besitzstandsberserkern und kolonialistisch
beraubten Erdenbürgern entwickelt sich allmählich zum
mondialen Klassenkrieg. Der prunkvoll proklamierte "Enduring
Freedom", die Konföderierten-Schlacht gegen den "globalen
Terror", der aus der Mottenkiste stammt, entpuppt sich als
eine krude Kapriole, ein Artefakt im abstrakten Akt der kapitalistisch-zivilisatorischen
Hochstapler.
Während der Hetzjagd gegen die Sans papiers,
die als Human Resources für den irregulären Frondienst
eingespannt werden, schwinden den Vorderfont-Verfechter der formell
fundierten Demokratie die einfachen Artikel der Menschenrechtsmetapher
aus dem Gedächtnis. Dem Artikel 13 der 1948 deklarierten Menschenrechte
"Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu
bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen" würdigen
die Urheber der Residenzpflicht für Asylmigranten keines Blickes.
Elegisches Elendenmeeting in hellen Scharen
brandmarkt den Elan der Eldorado-Eleganten
Die Spaceshuttle der Menschenrechtsmakler deportiert
die Erwerbslosen-Spezies der Stromer in den Hades, trägt die
harte Hanswurstiade des Hochhausdrachens herum. Vor dem Glotzophon
grollen einige wenige Bravour-Barden der Barmherzigkeit grobschrötig
die Aktion als Attraktion. Da wollen sie nicht zu dem patriotischen
Kollektiv der trivialen Täter gehören, ohne jedoch darauf
zu verzichten, an dem Genuß zu partizipieren, den der Hegemon
seiner gefügigen Gefolgschaft bietet. Jede demokratische Demonstration,
die wie eine Lore nackter Affen angibt, einen Effekt der Solidarität
mit Gedemütigten auf dem Leib zu haben, ist eine Tartüff-Tünche.
Die Söldlinge und Rambos der imperialen Zentren
operieren, mit heiklen High-Tech-Geräten ausgerüstet,
allerorten, setzen ein brachial barbarisches Heidenspektakel ins
Werk, um über die Zivilisation der Zocker und Zeloten vor den
byzantinischeen Zöglingen und Briganten des Marktes den Schild
zu halten. Merkantile Mandatare der globalen Besitzkastenpyramide
und mentale Maskeraden, schimärische Scharlatane der charmanten
Schickeria schreiten zur Tat, schlagen die Trommel vor dem glühenden
Unstern.
Im Hohlraum zwischen der poppigen in der Sonne golden
leuchtenden Herbstidylle und dem rostroten Qualm mauserte sich mit
Hangen und Bangen das banale Politikum der Bankrotteure und Bankiers.
Eine Tour d'Horizon kam kaum hervor - außer dem gängigen
Bauernfang, für den der volksverbundene Hegemon heiter Bürgschaft
leistete.
Es dominiert das Donnerwetter-Dorado. In den Print-
und Bildmedien geben sich neolinke Lakaien des Geldgötzen ein
Stelldichein als Epigonen des marktfrommen Manövermeisters
und als liturgische Laien eines maroden Marionettentheaters. Der
sozialistisch souveräne Gegenwind bleibt im Souterrain der
Klassen-Pyramide festgefahren.
Das gegenwärtig geplagte Dilemma der demütig
dilettantischen Liliputaner-Linken besteht darin, daß sie
sich den Grundcharakter zu Eigen machte, eine Perspektive zum Krisenkapitalismus
zu erstellen und keine kollektive Alternative zum Privateigentum
aus der Erde zu stampfen. Hingegen die subalternen Sektionen des
demokratisch imperialistischen Systems, die sich unter dem Label
humanitäre Fabel zum respektablen Unternehmen mauserten. Was
sie als Nothilfe produzieren, füllt nicht den Bauch der Hungerleider,
sondern den Geldsack der Gönner.
Über den Aufschwung des Elends regen sich die
Missionare der NGO-Maskerade auf, legen aber die Ursachen auf das
Konto der Opfer des Kannibalen-Kolonialismus, der Raubritter aus
dem Alten Kontinent. Das Brandschatzen auf der südlichen Halbkugel
setzen sie gegenwärtig intensiver als gestern fort. Der extreme
Raubbau der Natur expandiert. Als exemplarisch läßt sich
notieren, wie die Zivilisationszüchter die Menschenscharen
nötigen, indem sie die Agrikultur zur Spritdestille umwidmen.
Immer mehr Mengen driften in das Heer der Loser ab und schließen
sich den Kompanien der Migrationsmeute an.
Notebene: NGO-Nomaden als gelegentliches Geleit
des Geldadels oder der nordischen Nomenklatur
Demokratie braucht brave Mitläufer zum Urnengang.
Urbanisierte Demagogie fußt auf den doktrinären Dogmen
der dominanten Demokratie. Aus dem Hut gezaubert hat der marktschreierisch
merkantile Luderladen das Arbeitsfeld der humanitären Hilfe
demokratischer Dekoration, auf dessen morschen Schultern sich lediglich
moralische Lasten auftürmen und dessen leidlich besoldete Ehrenamtsakteure
jeden Erdstrich stürmen, wo es kriselt und kreiselt.
Die Gilde-Gesellen des humanitären Engagements
unter dem nebeligen Label NGOs eignen sich ein universales Mandat
an. Ihr Handwerk fußt auf dem schlicht erdichteten Recht,
sich einzumischen. Also erst provozieren sie einmütig mit ihren
vaterländisch heimischen Regenten lokale Desaster und sorgen
souverän dafür, daß loyale Kamera-Teams der Journaillen-Junta
dort erscheinen, wo Bettelsuppe verteilt wird. Allen voran leisten
sie aber Gewähr für ihre fette Gehälter, lassen sich
als Heilands Helden in Ehren halten. Das nennt sich leichtverdaulich
sympathisches, zugleich problematisches Management.
Helferhorden aus dem Norden überfluten ganze
Himmelsstriche und legen am Hexenkessel letzte Hand an. Sie tätigen
als Magister der Magie und als Meister der gehaltvollen Meetings,
wie der schwarze Tag der aus dem Takt Gebrachten sich ins Spektakel
verwandeln läßt. Verbleibende Desaster in verelendeten
Ländern ermutigt die emsigen Ensembles der NGO-Zunft dort,
wo sich der Nebel des Elends verbreitet, mit allerlei Almosen und
Emphase zu vagabundieren sowie die billigste Demagogie überhöht
anzubieten: die Demokratie. Die Klinkenputzer-Troubadoure tun sich
zuhause als Lampenputzer-Revoluzzer hervor - vor einem breiten Publikum
der gehörig begüterten Erdlinge, die in ihrem waidwunden
Inneren kläglich frieren.
Auf dem transparenten Reklame-Training tauchen die
in Not Geratenen als bedauernswerte Figuranten des emotionalen bzw.
moralischen Marketings auf. Das elitäre, allerlei alterprobte
Engagement, das immer wieder als exemplarisch aufgetischt wird,
mißachtet jegliche Existenzart des real Anderen. Das reklamehafte
Szenario des Unsterns, dem das tränenselige Theater der Tatarennachrichten
innewohnt, hat zum Ergebnis, daß die Gesellschaftsschichten
des humanitären Geschlechts die sozialen Widerstände allerorten
vergessen. An deren Stelle tritt das Mitleid, ein solches loses
Gefühl, das jedes Bewußtsein von Unbill erstickt wird.
NGOs etablieren sich im globalen Apartheidssystem
als perfekte Prediger und Mentoren des Prekariats, Präfekten
des Elendsmanagements und Parteigänger der Geldschneider in
den Zivilisationszitadellen. Damit sie ihre Existenz sichern, bieten
die Fachleute, Freiwilligen oder Funktionäre der NGOs als transnationale
Unternehmen der Ware Moral alle möglichen Pillen für gutes
Gewissen. Sie maskieren jene Katastrophen und Massaker, welche die
Freibeuter-Patronage der hoch betuchten Zentren hervorruft, als
natürliche Not. Avantgardistische NGO-Agenten, die sich genau
genommen als arrivierte Nachzügler der militanten Missionare
und zivile Posten der Kreuzzüge auftun, sind auf gutmütige
Mittläufer und Laien angewiesen, die sie nach der Maxime einsetzen:
Brandschutz sammelt Brennholz.
NGOs bewirken, daß der Globus nach Besitzständen
geteilt bleibt, praktisch eine profunde Kastenpyramide präsentiert.
Oben die Privilegierten, das privationsberechtigte Geld- und Gutgeschlecht,
das Primat des Privateigentums, also Überlegenen und unten
die Pleitiers, Primitiven, Parias, Loser, Flüchtlingsfluten
oder auch Moribunde. Versilbert wird verstärkt jener humanitäre
Gefühlsüberschlag, der im besten Fall Wut zu provozieren,
aber jegliches Lüftchen der Rebellion zu bändigen hat.
Porträts im Port des Politikums
Es grüßt der dunkelhäutige
Häuptling der bleichgesichtigen Demokratur
Barak Hussein Obama, der braungebrannte Halbblut-Imperator
des imperialistische weißen Weltalters, der aus der kürzlich
abgelaufenen Urnengangspartie unter Stars and Stripes als triumphaler
Trabant des trägen Turbokapitalismus hervorging, wird den amerikanischen
Traum mit plattem Plateau-Wind erlaben, das Trugbild des populistisch
polierten Tohuwabohus der Mäuse-Oligarchen Wall-Streets orakelhaft,
aber auch tartüffe-tüchtig ornamentieren.
Der größte Siedlerstaat der Geschichte
wird den händelsüchtigen Patriotismus seiner herrenmenschenmental
urbanisierten Untertanen aufpulvern, die Okkupation von Hindikusch
und Mesopotamien fortsetzen, die Scheidewand vor der stets steigenden
Sintflut von Migranten aus den Steppen und Slums der südlichen
Halbkugel untermauern.
Die Misere der Schwarzen in den Gettos der US-Metropole
wie New York oder Chicago wird er nicht überwinden. Denn er
muß allen voran die Zukunft der hoch-heimatlichen Hautevolee
sichern. Den superimperialistischen Weißen-Pakt stabilisieren,
den Lakaien-Pack auskühlen, mit Weitblick auf Orient Wasser
in den Wein gießen und die evangelikan krakeelenden end-kapitalistischen
Kreuzzüge eskalieren lassen.
Der als charismatisch charakterisierte Karrierist
und Wahlurnen-Kaiser, Coverboy der kolorierten Illustrierten, Thronfolger
des Texaner-Cowboys im Weißen Haus am Potamac, wird sich in
kurzem als Karikatur der Domänen-Demokratur entpuppen, aus
dem archivarischen Arsenal des archaischen Jägerlateins seine
Luftschlösser aufzählen, um seine Untertänigen zu
unterhalten und so die Karren der kläglichen Krautjunker aus
dem tiefen Schlamassel holen zu helfen.
Der Imperatoren-Neuling des unipolaren Unikums in
Washington wird keine makabre Kaskaden scheuen und jegliche Maskeraden
zur Probe aufführen. Alles andere bleibt denkunmöglich.
Denn die imperialistische Nation des amerikanischen Nordens jubelt
ihren Potentaten, nicht irgendeinen Nonkonformisten zu.
Es lädt ein die herbstrosa Mulatten-Lady
im Kontra zur Kosmopolitania à la Allemania
Angela Merkel, die Potpourri-Patronin der Banker-Patronage
und Bankrotteure an der Spree, saß nach zwei Tagen des Triumphs
des Karikatur-Kosmopoliten Barak Hussein Obama dem "Dritten
Integrationsgipfel" vor und ließ die in Marginalien markierten
Marionetten der selektiven Assimilationsästhetik an die Angel
gehen. Also landete, wie der transparenten Tradition der Privatier-Parteien-Demokratie
eigen, der allochthone Teil der zur gastfreien Teilnahme ermunterten
herb herbstlichen Gipfelstürmer am Talhang der Teutomanen-Domäne.
Vor ihnen weitet sich aufwärts steil eine Serpentine.
Die Assoziation zählt zum einmaligen gottvollen
Genre der Gipfelgesprächs-Gepflogenheiten: Kaum zwei Stunden
Zeit für eine Delegierten-Menge von kaum zweihundert Personen,
um eine Zwischenbilanz aus den terminierten Tätigkeiten im
Ressort des "Nationalen Integrationsplans" zu ziehen,
was als die von der Majorität, dem germanophilen Volksstaates
absorbierte Absicht des Gutleut-Getümmels zutage trat. Das
ist auch genau geschehen, und zwar gemäß der Redensart:
Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter voran.
Zwei Stunden?! Zeit genug für die Pro-Partei
der integrationalen Ratio auf dem Podium. Zum Gottseibeiuns mit
dem Rest, der "Multitude", die sowieso den Kürzeren
zu ziehen hatte. Wie im Blätterwald bereits belegt, habe Angela
Merkel die besondere Gabe auf Lager, von unten positionierte Postulate
mit allerlei anmutigem Wortgeklingel knallhart abzuweisen, ohne
auch nur ein einziges Mal "Nein" gesagt zu haben. "Migranten
gehören zu unserer Gesellschaft, und sie müssen sich in
den Institutionen wiederfinden", deutelte die charmante Kanzlerin
während des landläufigen, für Karriere-Kreaturen
kurzweiligen Gipfel-Gepräges. Ihre Staatsministerin Maria Böhmer
mit dem Portefeuille Ausländer-Akklimatisation verdeutschte:
„Viele haben ihre Rolle noch nicht gefunden. Sie definieren
und artikulieren sich weitgehend über die Betroffenheitsrhetorik.
Wir haben ein Interesse an leistungsfähigeren Organisationen,
die die gesamte Gesellschaft in den Blick nehmen.“
Sprecher der zu Gast geladenen Verbände und Meublements
bemäkelten mal lautstark mal kleinlaut: Weit entfernt vom Dunstkreis
des Dialogs probt das ganze (nicht nur Gipfel-)Programm das Diktat
dogmatischen Unikums.
Schwer zu verbergen: Der Druck auf den migrantischen
Lebenskreis wächst jahraus jahrein an. Die majoritäre
Obrigkeit verschärfte das dazugehörige Rechtsgebaren seit
der ersten Gipfeltrommel massiv. Zum Beispiel wurde der Nachzug
der Ehegatten derart mit Sprachkenntnissen verknüpft, daß
nun eine Vielzahl von Familien unablässig getrennt leben müssen,
wenn sie sich nicht scheiden lassen.
Dem Erlangen der deutschen Staatsbürgerschaft
wurde vorsätzlich ein Test angehängt, der auch Themenfelder
enthält, deren Kenntnis sich selbst den Alteingesessenen als
ein Schlag ins Kontor vorkommt. Gemäß der zuletzt erfolgten
Novelle des Staatsangehörigkeitsgesetzes haben auch Jugendliche
unter 27 Jahren einen Nachweis für Unterhaltssicherheit vorzulegen.
Eine steile Hürde für Schüler, Studenten und Auszubildende.
Der pro forma Protest dagegen konnte aber weder am
Standpunkt noch am Verhalten der institutionellen Initiatoren des
Gipfelgefasels in praxi ein Deut ändern. Auf diesem eingefahrenen
kulturalistischen Kurs halten sie intrigeninhärent an ihrem
Leitbild fest, wenn sie die Reklametrommel für die Integration
rühren.
Die selektive Assimilationsästhetik der Integrationszunft,
nämlich das Menschenmanagement, erweist sich als schwere Last
für die eingewanderten Minoritäten vor allem auch in der
Zukunft. Ist es daher nicht kurios, die migrantischen Assoziationen
aufzufordern, die Betroffenheitslyrik abzulegen und allein die Herrschaftsgesellschaft
summa summarum ins Blickfeld zu nehmen?
Die Migrantenverbände verdanken ihre existentielle
Gegenwart dem Widerstand der entrechteten Lebenswelten gegen die
neorassistischen, respektive kulturalistischen Anstalten des ethnisch
homogenen Gemeinwesens. Als eine Folge davon kommt das Beharren
der Spätankömmlinge an der Daseinsform in Gettos oder
Parallelgesellschaften zum Vorschein. Wer wirklich den vorbedachten
Fortschritt im Allgemeinplatz zum Schwergewicht erhebt, hat dieses
Faktum zu akzeptieren: Eine kosmopolitische Republik auf dem Fundament
der Allmende (Gemeineigentum)!
Mit den leichtgläubig und loyal stilisierten
Migrantenselbstorganisationen bewerkstelligt das autoritäre
Menschenmanagement ein Migration-Mainstreaming und moderiert Mußestunden-Meetings
mit murrköpfigem Memmen- und Mannestatentum. So erweist sich
die integrationale Sumpfblüte als ethnisch homogenes, obrigkeitsstaatliches
Evergreen, und die rotblonde Lady Chancellor als Paukerin einer
Eleven-Elite, die bevollmächtigt wurde, einer von Events und
eventuellen Emporkommen begleiteten Elimination der mißgestimmten
Mulatten zu bewältigen.
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