XXVIII. Jahrgang, Heft 152
Sep - Dez 2009/3
 
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Letzte Änderung:
18.10.2009

 
 

 

 
 

 

 

IN DEN KULISSEN DER TEUTOZENTRALE
Abendlands Ambitionen. Manisch humanische Manipulation des Menschenrechtsmetiers. Notfaltiger Notaten-Zyklus aus dem herrischen Hochsommerhaus der nebelhaltigen Hausse

Von Necati Mert

   
 
 


Die manisch melancholische europhile Intelligenzia mausert sich zur einer Münchhausiaden-Mahnschaft gemäß der manierierten Maxime, das Morgenland zivilisatorisch als mentale Erdgegend der Malaise zu manifestieren. Um den abendländischen Absolutismus über den Globus weißwaschen zu können, befindet sie sich auf der Achse, in den Breiten hinter dem Balkan entmenschte Exempel aufzulesen, immer ein Haar in der Suppe zu finden. Im breiten Publikum wird die Werte-Varia vor allem in islamisch dominierten Lebenswelten bis aufs Zero minimiert und die positiven Positionen zeremoniell zensiert, eine reklamatorische Rivalität jenseits jeglicher Realitäten projektiert. Statthafte Standpunkte tauchen regelmäßig in den medialen Marginalien unter. Das Ethos des abendländisch arischen Establishments grünt nicht auf der Grundfeste des kommunikativen Kompromisses, sondern der kompletten kriegerischen Konfrontation, um sein Augenmerk augenscheinlich auf archaisch artikulierte Bastion der Überlegenheit im Kontext der aufklärerisch-allgewaltig animierten Zivilisation zu richten sowie sein allgegenwärtiges Fundament beflissen zu betonieren.

Das Gegenbild des okzidentalen Gesellschaftsgebäudes, das zur Autonomie und dem unbefangenen Bestreben des Individuums den Grundstein legt, manifestiert sich in der demokratiefernen, dogmatisch doktrinären, kollektiven Ideologie des Orients - auch als asiatische Despotie etikettiert. In der Tat: Der westlich-chritlich geläuterte Bürger ist im Regelfall nicht der nackter Repression unterworfen, sondern den Sachzwängen der Gesetze - als loyaler Untertan. Die Freiheit des Einzelnen wird auf die Kerndimension der Paragraphen reduziert und diszipliniert.

Angesichts des Massenabstieges in die soziale Marginalität, beziehungsweise in die prävalente Pauperität, bestimmt die prononciert propagierte individuelle Freiheit nicht mehr den gesellschaftlichen Horizont, "sondern das Einfügen in den verbindlichen Kanon gesetzesförmiger Repression", wie Karl-Heinz Lewed in "Streifzüge" 44/2009 bemerkt:
"Für den westlichen Aufklärungsstandpunkt bildet nun gerade die Auffälligkeit repressiver staatlicher Gewalt den Einsatzpunkt für dessen Kritik am Islamismus. In diesem scheint das gänzlich ausgelöscht, was für das westlich-aufgeklärte Denken als Inbegriff zivilisierter und fortschrittlicher Verhältnisse gilt, nämlich die individuelle Freiheit. Die repressive und totalitäre Verwirklichung einer Ideologie sei das Gegenbild westlich-moderner Gesellschaftlichkeit, die auf der Selbstbestimmung und dem freien Willen des Einzelnen gründe.
Für den spezifischen Mechanismus von abstrakter Herrschaft heißt dies, dass die individuelle Form subtiler dimensioniert ist und jene deshalb viel weniger angreifbar macht als die dem Einzelnen offen gegenüberstehende staatliche Gewalt. Das moderne Individuum ist im Regelfall nicht mehr der offenen Repression unterworfen, sondern den Gesetzen verselbständigter Gesellschaftlichkeit und deren Sachzwängen, für die keiner mehr persönlich verantwortlich gemacht werden kann. Mit diesem historischen Vorsprung im Rücken konnte indes der Standpunkt individueller Selbstunterwerfung, alias bürgerliche Autonomie, die äußerliche Herrschaft der Modernisierungsdiktaturen stets als Kontrapunkt darstellen.
Das Panier der Freiheit ist das Gesetz
Doch gerade was die Kategorie der Freiheit und Selbstbestimmung als herausgehobenes Moment der Aufklärung angeht, bahnt sich schon seit geraumer Zeit ein Umschwung in den westlichen Gesellschaften an. Auf verschiedenen Ebenen wird eine Tendenz sichtbar, die Einzelnen strikt an die reglementierende und kontrollierende Funktion des Gesetzes rückzubinden und die Freiheit auf ihre Kerndimension, die Bindung an das Recht, zu reduzieren. Im Zuge dieser Entwicklung sieht sich die bürgerliche Subjektivität zunehmender individueller Disziplinierung und einer Stärkung öffentlicher Ordnung unterworfen. So wird die Überwachung zum Alltäglichen, die Kontrolle via Sozialsystem und Arbeitszwang zur Normalität, das Bildungssystem zur Selektionsanstalt und der politische Ausnahmezustand zum Graubereich staatlicher Praxis. Ergänzt und komplettiert wird diese äußere Disziplinierung von einer nach innen gewendeten Dimension: Man muss sich selbst härter an die Kandare nehmen, diszipliniert an Qualifikation und Profil arbeiten, sich insgesamt also möglichst stromlinienförmig dem Diktat von Angebot und Nachfrage und den repressiven Vorgaben des Marktes unterwerfen.
Vor allem die Versprechungen, die das gesellschaftliche Klima der letzten Jahrzehnte entscheidend geprägt hatten, die postmoderne Lebensweltperspektive mit überall verfügbaren Möglichkeiten und Chancen, haben neuer Sachlichkeit und neuen Zwängen Platz gemacht. Die Perspektive individueller Selbstverwirklichung entpuppt sich angesichts von Prekarisierung, Selbstunternehmertum und sozialem Ausschluss immer mehr als Strafanstalt des abstrakten Ichs."

Krisenverluste kreischen. Alle haben zu befürchten, daß ihnen all dies demnächst blüht

Die aprikosen-rosa Massai im Schlachtschatten der Berolina grinst wie eine Göttin auf dem Olymp, während sie prekäre Plattitüden produziert, wenn die Pleitiers prallsüchtige Partei-Parolen plakatieren. Wenige andere hoffen dabei, daß ihnen all dies demnächst nicht blüht und das Abgleiten ins Chaos vereitelt werden kann. Doch fragile Freundlichkeiten der freien Marktwirtschaft kreischen mit Blick auf Kröten-Krise händelsüchtiges Vorgehen gegen die Unterlegenen.

Die erholte Konjunkturkursklima kreischende Kanzlerin tritt dabei als Kampfhahn der Krisenkritikkarikaturen im Präsentationspalast auf. Was schaltet und waltet, ist eine partizipative Parteienfront unter dem Kuppel des Reichstages. Sie folgt der virtuellen Weisheit, daß der Warencharakter aller Dinge auch den Menschen zur Ware erklärt. Also keine Angst vor einer Rebellion der Zweibeiner!

Besonders krisenanfällig erschient dennoch das Prekariat, das sich mit den kriegerischen Kulissen konfrontiert fühlt - hinter dem Parkett der pappsatten Palastparasiten, die unentwegt auf die Pauke hauen.

Die Dialog-Divisionen des Hegemons basieren auf dem Primat der doktrinären Demokratie, die bisher weder Egalität noch Libertät brachte und eine Asymmetrie diktiert, welche ökonomische Freiheit des Privateigentümers perfektioniert und Knechtschaft der Besitzlosen dokumentiert. Es ist das Lehrgebäude der Mehrwert-Gebieter, in die Annalen des Menschengeschlechts eingeschrieben mit Zügen von Blut und Feuer.

Es kriselt. Kaum klare Perspektiven in Sicht. Absolut Circulus vitiosus. Auch im linksbündigen Labor der Morgensuche dominiert das Dogma, Fetisch Demokratie als dragonisches Diktum, das nicht im Archiv-Keller der humanen Geschichte landen will.

Es erodiert, das Erdenrund erfährt das betäubendste Affenspektakel seit seiner Genesis, nähert sich dem Zenit der Zipfelzeit. Mit dem krebsartigen Crash in den Mäuse-Häusern des christlich-kapitalistischen Zivilisationszirkels beschäftigt sich ganz und gar die Kritiker-Garde der Journaillen-Junta, auch die des linkslastigen Blätterwalds und der Rituale der Internetritter. Sie brachten halbwegs ans Licht, daß der Urquell des Krisenkrampfs im Fetisch-Format des Privateigentums liegt. Um dieses Ungemach in Marginalien zu markieren, plakatieren sie ein Postulat über die Vergabe der Krisenkredite an die Grossisten, die Leidträger des ökonomischen Spasmus. Daher werden die Verluste gerecht verteilt, das heißt, nach unten kanalisiert.

Die imperialen Zentren imitieren in der Hauptsache einen kriegskreischenden Keynesianismus, einen radikalen Raubzug unter den Phrasen-Prämissen der "humanitären Intervention", um die Risiken der Krise auf die schwachen Schulten der peripheren plus trikontinentalen Nationen zu überladen. Auch die linken Positionen liebäugeln mit den imaginären Initiativen im Interesse der Geldgiganten und Industrie-Magnaten. Die debattierten Thesen im Gedankengebäude der hoch begüterten Bürger tragen zu einem mondialen Memorandum der geringsten Korrekturen bei. Die runzeligen Ratschläge, die in das Krisen-Risiko hineinreiten, die vor dem Kollaps stehenden Kartelle zu verstaatlichen, wird die kollektiven Lasten der Loser nicht limitieren, sondern die Lobhudelei der neoliberalen Lobby legitimieren.

Alle artikulieren sich als Advokaten der breitgetretenen Umwelt. Und alle wollen jener Autoindustrie auf die Reifen helfen, obwohl seit Jahrzehnten die Spatzen es von allen Dächern pfeifen, daß sie eine der naturschädigendsten Säulen der Ökonomie ist und kein Malheur.

Auch der Mulatten-Imperator unter Stars and Stripes am Potomac wird die Nero-manischen Pfade seines Vorgängers gehen. Auch er fuchtelt beharrlich und unentwegt mit dem Rosenkranz des abendländisch zivilisatorischen Übergewichts. Auch er handelt gemäß der Lehre des Malthusianismus: Während die Population exponentiell wächst, kann das Lebensmittellager nur linear ansteigen. Die entstehende Lücke zwischen Produktion und Bedarf führt unweigerlich zu Hunger, dem Massensterben.

Dennoch genießt er den scharfen Ruf des Demokraten. Hinzu Peter Klein in Streifzüge Nummer 46, Juli 2009: "Die Frage, die gestellt wird, lautet allenfalls, ob jemand als Demokrat ernst zu nehmen ist. Ob das Bekenntnis zur Demokratie, das in der Politik weltweit zum guten Ton gehört, glaubwürdig ausfällt oder nicht."

Die Tymokratie spielt sich als Wahrer der Emanzipierten-Assoziation auf - für das bourgeoise Stratum. Submanager der Wirtschaft und Wissenschaft betätigen sich nach dem Prinzip des Vergleichbaren unter dem Motto alles muß gleich sein. Es ist den Verfechtern der Innovation in Animation obligat, ob es sich dabei um formatierte Sorten oder konformierte Arten dreht. Sie setzen ihre Fahrt auf den Fährten des Reaganomics und Thatcherism fort - gemäß dem Schemata Zentrum-Semiperipherie-Peripherie

Dabei traben linkslastige Bravour-Barden und Ökopaxen-Praktikusse nach wie vor auf sich nicht berührenden Einbahnstraßen im ideologischen Nebel vor sich hin, und die Weltenlenker besetzen das Thema „Zukunftsfähiges Wachstum". Gemeinsam ist in allen Lagern der westlichen Werte-Parteien der Glaube, daß der Kommunismus hier nicht Kreide gefressen hat, sondern endgültig ad acta gelegt wurde.


Die superimperiale Intervention am Horn von Afrika

Die ins Uferlose gehende Vorfälle im Golf von Aden füllen die Spalten der Presseorgane, entwickeln sich zu spartanischen Tropen der jagdgerechten Tragödien. Die Staatsgewalten der Zivilisierten-Zentren befleißigen sich nach eigenem Dafürhalten, diese dichte Strecke der Weltwasserstraßen zu Absatzmärkten und Ressourcen-Reserven von athletischen Attacken der primitiven Piraten zu säubern. Das Seemannsgarn, das die Laienbarden der Journaillen-Junta erdichten, wird dem breiten Publikum der Hiesigen als reinen Wein eingeschenkt.

Auch wenn das laienlinke Liliputanertum den Konfliktkurs am Horn von Afrika als eine Episode der Gegenwartsgeschichte registriert, dort lassen die neokolonialistische Koalitionskräfte die Muskel spielen. Während die Republik Somalia sich ins Welt-Siechenhaus verbannt sieht, überführen die Flotten des demokratisch diktatorialen Imperialismus hier das marode Modell der "humanitären Intervention" vom theoretischen Exkurs in den zweckmäßigen Vollzug.

Von den faktischen Ursachen des primitiven Szenarios der Piraten-Praxis nehmen die Gesellen der massmedialen Meute, die daraus eine lange Brühe machen, keine Notiz. Weithin bleibt das Warum des Korsaren-Konflikts verborgen hinter dem Hochziel: Der von den imperialen Zentren forcierte Verfall in Staaten, die sich der kolonialen Hegemonie entziehen. Zu den fragwürdigen Folgen dieses Fortgangs gehörte der Niedergang der somalischen Küstenwache. Ortsansässige Fischer hatten zuzusehen, wie auswärtige Fangflotten in ihre Gewässer eindrangen, sie leerfischten und damit die Lebensgrundlage der dortigen Einwohner verwüsteten. Noch mehr: Vor kurzem wurde während der aktuellen supranationalen Heerschau vor dem Horn von Afrika von der indischen Marine ein Fischerboot als Piratenschiff versenkt. Vierzehn Unbeteiligte der Freibeuterei kamen dabei ums Leben.

Dessen ungeachtet kündigte die Bravour-Bardin der Berliner Reichsrepublik gegen Ende April 2009 den Beschuß und das Versenken der Piratenboote an - ein Vorhaben, das auf eine "härtere Gangart im Kampf gegen die Piraterie" hinauslaufe, so der innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Reichstag.

Während die Regentschaft an der Spree die Marineeinsätze an den strategisch bedeutsamen Seehandelsrouten am Horn von Afrika intensiviert, erklären selbst Handelsvertreter, daß die Tragweite des dortigen Szenarios nicht dem Tatbestand entspricht, in der hiesigen Öffentlichkeit übertrieben werde.


Die Förderfront kulturalisierter Konflikte

Die germanophile Gemeinschaft generalisiert die Genesis der Konfusionen enthnokultureller Konflikte. Als Konsorten der amtlichen Ambitionen, den neokolonialen Konkurrenzen aufzudrehen, posiert neuerdings wieder die "Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen" (FUEV), postuliert im März 2009 erneut ein Bravourstück in Sachen der "Volksgruppen"-Formalität mit dem "Europäischen Dialogforum", einem Gremium beim Europaparlament. Die Organisation, die - amtlich ausgiebig gepäppelt - von früheren NS-Rassisten aufgebaut wurde und einen völkisch ausgerichteten Minoritätenkurs vertritt, dient sich zudem dem Groß-D-Land als "Mittlerin" in Konflikten zwischen ethnischen Minderheiten und europäischen Staaten an. Das Internet-Portal "www.german-foreign-policy.com/de" vom 27. März 2009 macht publik:
"In der vergangenen Woche hat das 'Europäische Dialogforum' in Brüssel seine Arbeit aufgenommen. Bei dem Forum handelt es sich um einen Zusammenschluss von Mitgliedern der sogenannten Intergruppe für nationale Minderheiten im Europäischen Parlament und der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) samt ihrer Jugendorganisation JEV (Jugend Europäischer Volksgruppen). Die 'Intergruppe' ist ein parteiübergreifender Zusammenschluss, der Ende 2004 von rund 40 Parlamentariern gegründet wurde und ethnischen Minderheiten innerhalb der EU neue Sonderrechte verschaffen will. Bei seiner Gründung nahmen Abgeordnete aus den katalanischen und baskischen Regionen Spaniens starken Einfluss; beide Gebiete verzeichnen einen starken Separatismus. Das zweite Gründungsmitglied des 'Dialogforums', die FUEV, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von ehemaligen NS-Rassisten gegründet. Sie vertritt die traditionelle deutsche Ethno-Politik, die mit der Forderung nach Sonderrechten für ethnische Minderheiten separierende Momente in bestehenden Staaten betont und damit seit je in Konflikt zu französischen oder britischen Gleichheitsgedanken steht."

Die Funktionäre der "Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen", die Anfang März 2009 von Bundeskanzlerin Merkel empfangen wurden, verlangten mehr staatliche Mittel für ihre Dienste. Sie bestehen offenkundig darin, allerorten kulturalistische Separationen auf Touren zu bringen und der Berliner Republik Beistand zu leisten - bei ihren Ambitionen, menschenrechtsmentale Interventionen auch innerhalb der Europäischen Union zu intensivieren, 'fremde' Gesellschaften zu ethnisieren und zu polarisieren und schließlich allochthone Minoritäten zu diskriminieren. Die gewandten islamophoben Populisten wie Necla Kelek, Seyran Ates, Henryk M. Broder, Ralph Giordano u.a. trällern es täglich. "www.german-foreign-policy.com/de" weist auf folgende Heuchelei hin:
"Dabei kommt denjenigen Minderheiten, die - wie die türkischsprachige - in der Bundesrepublik politisches Gewicht besitzen, nach Ansicht der FUEV kein adäquates 'Konfliktpotenzial' zu. Bei Minoritäten, deren Angehörige erst in den vergangenen Jahrzehnten eingewandert seien, handele es sich nicht um 'angestammte', sondern um 'neue' Minderheiten - im FUEV-Slang: 'allochthon, nicht autochthon' -; ihnen kämen daher keine völkischen Sonderrechte nach dem Modell 'autochthoner' Minderheiten zu. Damit profiliert sich die FUEV als Instrument außenpolitischer Intervention, dessen Anwendung keine Forderung nach gleichem Umgang mit in Deutschland ansässigen Minoritäten nach sich ziehen kann."

Auf dieser Leitlinie drückt die ethnisch homogene Majorität des Berliner Volksstaates aufs Tempo. Im Schulterschluß mit den medial-aufklärerisch aktiven Organen. Die Lückenbüßer der Journaillen-Junta sammeln eifrig Impressionen in den sozialen Randzonen, die ohne Skrupel auf das Ganze der eingewanderten Gemeinschaften übertragen, ein aggressives "sie" und "wir" rekonstruiert werden. Auch wenn es Studienergebnisse gibt, die solcherlei Münchhausiaden reichlich ad absurdum führen.


Das Getue der Gutleute als Getreuen-Gemeinde migrantischer Miseren

Das Groß-D-Land wird an seinem Grundcharakter als germanophile Schicksalsgemeinschaft noch lange festhalten. Eine Meuterei der allochthonen Population gegen die marginalisierenden Maßnahmen wie die selektive Assimilation, respektive Integration, ist nicht in Sicht. Vielmehr kommen popelige Projekte und Programme integrationaler Positionen zum Vorschein, getragen von marginalen Mitstreitern der Zivilgesellschaft.

Die in der Mehrzahl mäßig honorierten Funktionäre der humanitären Hilfswerke entpuppen sich im Verlauf ihres Tuns als stellvertretende Bittgänger vor den zuständigen Ämtern. Sie zitieren in ihren intimen Schreibstücken den Stellenwert der Menschenrechte. Mit dem Begriff "Flüchtling" weisen sie auf jene Tyrannen hin, welche - wie angegeben - die Flucht verursachen. Daß sie dabei die aufgepäppelten Teilhaber der imperialen Zentren als Tacherons deren Vorgaben entsprechend handeln, wird vergessen, wenn nicht bewußt vertuscht.

Derweil bleibt den aufklärerischen Kulturkriegern das disziplinierte Unterwerfen unter das verbindliche Band des verselbständigten Gesetzes, dessen Charakteristikum darin besteht, über den Fetisch des Privateigentums eisern die Hand zu halten. Wie die Protest-Prospekte gegen das Fundament der Kölner Moschee vor Augen führten, reflektiert die christlich korrespondierte Gegenwehr die eigenen nicht eingestandenen Sehnsüchte. Bei diesem Konflikt dreht es sich um den Bauplan eines gottseligen Gebetshauses, welches generell das Ebenbild der geläuterten Gutleute germanischen Genres zeugt.

Neorassismus lebt in den Foren des Kulturalismus fort, meldet sich in der demokratisch erdichteten Formation des „Rechtsextremismus" in Schüben zur Tat. Während die Mandatare mit geschwellter Brust versuchen, sich in Sachen Antirasssismus gegenseitig zu überbieten, macht sich eine Armee von medialer Intelligenzia, Psychiatern, Soziologen, Jugendarbeitern, Sozialpädagogen, Integrationsintimi, Lehrern u.a. daran, in öffentlichen Kommentaren die Gewalttaten völkischer Formationen als „Kinderstreiche" zu bagatellisieren. Der obligatorische Nachsatz von „Wir müssen die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen" rundet das Gebet ab. Automatisch folgt dann die Kundgabe auf dem Fuß: „Mehr politische Bildung!", die wie Feuerwehr angesehen wird, die immer dann gerufen und mit nötigen Mitteln ausgestattet wird, wenn man die Brandherde zu Gesicht bekommt.

Was die getreuen Gesellen der majoritären Gesellschaft in ihren Studio-Stuben erdichten, indem sie das eingewanderte Unten als Problem thematisieren, kommt in der breiten Basis als Auftrag zum Vorschein, die Problematisierten zu verjagen. Wandalen malen den Teufel an die Wand. Und die Träger des Volksstaates reden mit zweierlei Zunge, tragen trübes Wasser in die Tretmühle.


Massensterben am Limes der Feste Europa

Frenetisch flanieren die Fabulanten der Denkfabriken zwischen Supermärkten, backen den Fetisch der geldenen Gerechtigkeit frisch. Ein Gegenfeuer kommt ihnen nicht in den Sinn. Allenthalben die Gefangenschaft im Schatten der "unsichtbaren Hand". Profitträchtiges Politikum der philiströsen Populisten, der prahlsüchtigen Prämien-Premiers. Demgegenüber mondiale Monaden. Post festum die Nomaden des Malochens.

Man erfährt aus den Marginalien im www-Dschungel, welche Folgen dann der Druck der Zivilisierten-Zentren für die Migrantenmeute hat, wenn ihre Schaluppen aus einer nordafrikanischen Bucht in See stechen. Wie eine Migrantenmenge auf einen hölzernen Schleppkahn von zehn Metern gedrängt wird, der im aufgewühlten Meer zehn Meilen vor einer EU-Insel kentern. Seine Insassen ertrinken und landen im Gottesacker unter Wasser statt im Eldorado. Fischer erzählen, wie sie an den Kiel eines untergegangenen Schlauchboots geklammert Hilfe erhoffen. An den Tod von ca. 14.000 migrantischen Menschen seit 1988 ist weder die stürmische See noch ein morscher Seelenverkäufer Schuld, sondern der fremdländische Deckel ihres Passes, der als Bannfluch für die superimperialistischen Pressuregroups gilt. Dieses Gewoge schreibt die Geschichte den nordischen Nationen ins Stammbuch, was sie in Rage bringt, nicht als Bastion der Humanität gefeiert zu werden, sondern der Brutalität.

Daß die verbale Variante der humanitären Handlanger die eigenen Staaten als Drahtzieher von jeglicher Schuld des Massensterbens am Limes nicht nur freisprechen, sondern auch als ritterliche Retter darstellen, ist weit mehr als biegbares Beiwerk. Das Gegenteil ist aber der Fall. Zum Beispiel fungiert das Grundgesetz der Bundesrepublik nicht als Korrekturband des Staatsapparates, sondern als die Charta seiner Macht. Es ermächtigt generell die partizipierten Gewalthaber durchzusetzen, was immer sie zur Abwehr der demokratischen Domäne für notwendig auslegen, dabei den humanitären Akt außen vor lassen.

Die Apparatschiks der Staatsgewalt sind nicht gehorsame Gefolgsleute der Menschenrechte oder globalen Königswege, sondern deren honorierte Hintermänner und Vollstrecker. Auch die einschlägigen Regeln gehören zum Werke-Vermerk ihrer Macht, durch die sie in die Lage versetzt werden, jedem unterlegenen "Anderen" eigenhändig eine menschenrechtliche und humanitäre Lizenz hinterher zu schicken.

Auf ihre globale Überlegenheit gestützt, diktieren die doktrinären Demokraten den korrupten wie kaputten Herkunftsländern der Migranten z.B. im Subsahararaum sowie den byzantinischen Nachbarn im südlichen Jenseits des Limes in Maghreb, nolens volens die Zügel eng anzuziehen.

Ohne Alternative sehen manche im Zusammenbruch des Kapitalismus schlichtweg ein Horrorszenario. Doch die Menschheit unter der christlich-kapitalistischen Zivilisation hat das verdient. Natürlich muß geschichtsmächtige Kritik Perspektiven zeigen, sich nicht vordergründig auf die Negation alles Realen richten. Anders als die Utopie des Kommunismus wird es aber auch morgen nicht gehen.


Zivilisation der apokalyptischen Wandalen

Der markerschütternde Krisenkomet, der grundtief zur Systemserie des kapitalistischen Universums gehört, sitzt fest als Debattenduktus der demokratischen Dramaturgie. Fast ausnahmslos richten die Großkopferten der Wortgefechte defacto ihr Augenmerk auf die Korrektur der deformierten Diskurse, der formalen Defekte, auf die Kapriolen der kaputten Kredit-Kreaturen. Die Karambolage, die im restlichen Globus die Form der Kannibalen-Kriminalität annimmt, kommt kaum in der Interessensphäre der Zivilisierten-Zentren zum Vorschein. Ihre Regenten-Riegen, die rigorosen Regimes riskiert reklamatorische Rivalitäten, die zu Kriegskatastrophen führen - auch im globalen Ausmaß.

Der aktuelle Stand der Zivilisation unter dem Zeremoniell des abendländischen Zenits ist vergleichbar mit dem anthropoiden Wesen, viel mehr aber mit dem Konstrukt der Kannibalen.

Der Limes-Krieg, den die Stabsstrukturen der Feste Europa gegen die Meute der autonomen Massenmigration führt, kommt als ein handhabbarer Beleg dafür zum Vorschein. Daher ist angebracht, mit der avantgardistischen Kritik nicht auf die Fehler der Regime-Regenten hinzuweisen, sondern sie an den Pranger zu stellen.

Was sich da am Limes der Feste Europa abspielt, läßt sich nicht als schicksalhafte Tragödie abstellen. Hier begeht das moralische Management der Zivilisation ein Verbrechen, nimmt den Massenmord in Kauf, indem es den Legionen der autonomen Migration anhand allerlei Techniken der Gewalt den Weg abschneidet oder ihnen keine andere Wahl läßt, als lebensgefährliche Routen zu nehmen. Die technisch hochgerüsteten Patrouillen führen herbei, daß die Seelenverkäufer kentern und ihre Insassen ertrinken. Am Meeresgrund weitet sich somit der Gottesacker der Wanderparias aus.

Wenn Teile der Migrantenmenge das Eldorado erreichen, landen sie im Hungerturm, in Fremdenlagern hinter Stacheldraht und Betonmauer, in der Illegalität als Fronarbeiter.

Vor ein paar Jahrhunderten jagte man im Dschungel Menschen, machte man sie zu Galeerensklaven. Das tat die Zivilisation à la Abendland. Jetzt jagt man diejenigen, die freiwillig kommen, um ihre Arbeitskraft anzubieten - im Frondienst.

Was die humanitären Assoziationen tun: sie zählen die Toten, weisen auf das elende Lagerleben hin, ohne jedoch Parallelen mit KZ-ähnlichen Zuständen zu ziehen. Sie appellieren an die Humanität jener Hochgestellten, welche das Untermenschenmanagement bewerkstelligen. Sie prangern nicht an, daß diese Zivilisation alle Grundzüge der Barbarei enthält. Sie befassen sich uneingeschränkt mit ihren Krisen, verdrängen die Maxime der Universalität. Sie legitimieren nur, daß ihre Zivilisation ohne legale Alternative an der Spitze steht.

Es genügt, einen Blick auf den Krieg am Limes des Novum Romanum zu werfen, um zu registrieren, was diese Zivilisation alles unternimmt, um die Prosperität in ihrem Zentrum aufrechtzuerhalten.

Während die Sturmboote der Frontex-Formation gemäß dem kolonialistisch rassistischen Urwesen ihrer Befehlshaber im Mittelmeer und Atlantik auf Jagd nach der Migrantenmeute patrouillieren, zeigt die breite Front der Bellizisten ihre Grimasse.

In "Le Monde diplomatique" vom 12. Juni 2009 zitiert Charlotte Wiedemann Frontex General Report 2008: "Menschlichkeit ist der wichtigste Eckstein modernen europäischen Grenzmanagements." Sie verweist in ihrem Beitrag zur "Mythen der Migration" darauf: "Wie Deutschlands Interessen bekanntlich am Hindukusch verteidigt werden, so werden Europas Grenzen am Niger und Kongo geschützt." Und sie fügt hinzu:
"Die Zukunft europäischer Flüchtlingspolitik im Mittelmeerraum ist fern der Kamerapulks zu besichtigen. Der arabische Norden Afrikas soll uns die Schwarzafrikaner vom Hals halten; Mauretanien, Marokko, Tunesien, Algerien, Libyen werden Europas Cordon sanitaire (Sicherheitsgürtel). Eine soziale Hierarchisierung nach einem altbekannten Farbmuster. (...)
Die moralisch wirkmächtigste aller Migrationslegenden trat über Jahre im schmucken Gewand der Humanität auf: Es gelte, die wahren Asylsuchenden zu erretten aus der Flut von Wirtschaftsflüchtlingen. (...)

Viel mehr Bootsflüchtlinge als auf Lampedusa kamen im armen Jemen an: 51 091 Menschen waren es im vergangenen Jahr, allein in den ersten drei Monaten diesen Jahres(8 )waren es schon fast 20 000. Täglich versuchen Verzweifelte aus dem zerfallenden Somalia die gefährliche Überfahrt, täglich fahren Betreuer im Jemen die Strände ab und begraben angeschwemmte Tote. Der Golf von Aden hat vermutlich schon die Leichen von mehr als 2 000 somalischen Flüchtlingen verschlungen.
Nur notdürftig wird diese humanitäre Katastrophe von den Silhouetten der Kriegsschiffe verdeckt, die in denselben Gewässern auf Piratenjagd gehen. (...)
Der Mythos, es seien die Stärksten und Besten, die weggehen, beleidigt ganz nebenbei all jene, die weiterhin jeden Tag mit der Hacke aufs Feld ziehen - also die Masse der Schwarzafrikaner. Und die Stilisierung schlägt ohne Gnade auf den Migranten selbst zurück, wenn er mit leeren Händen zurückkehrt. Trotz tausendfacher Abschiebungen und tausendfachen Ertrinkens wird ein glückloser Heimkehrer zu Hause als Versager behandelt. Um der sozialen Verachtung zu entrinnen, wird er sich, wenn es nur irgend geht, bald in den nächsten fatalen Reiseplan stürzen. Und niemand mit kühlem Kopf und moralischer Autorität stellt sich ihm in den Weg. Wo sind die afrikanischen Aufklärer, wo sind die Imame, die junge Leute davon abhalten, zu horrenden Schlepperkosten den Routen des Todes zu folgen?"

"Clandestinos" gegenüber dem dunklem Bündnis der OneWorldOrder-Ordner, die wiederum Millionenheeren von aus der regulären Broterwerbstätigkeit Ausgebooteten gegenüber stehen. Sie sind machtlos vor der Macht des Monetarismus: Sie fesselt die Menschenmengen so an den Fetisch der Kröten, daß sie sogar eher bereit sind, mit ihm unterzugehen, als sich ihm zu verweigern.


Aphorismen artikulatorisch affirmativen Artefakts

• Es kriselte. Der linkslastige Komet des Endkapitalismus kreiste leise über den Dächern der metropolitanen Krisenmoralkreise, warf die Last der Riesenreise in den Morgen ab.

• Mandatare der Macht spielen sich als Memorial-Autoren auf nach dem Motto etwa, daß ein Buch das Gewicht eines intellektuellen Ausweises hat.

• Der Papst passt auf, daß die Protagonisten der privatisierten Produktionsmittel einen ruhigen Schlaf haben.

• In der manischen Nische kultiviert das kultische (kulturalistische) Klischee prophetische Fetische und migrantische Tische.

• Der Demokratus diktiert, Maniaken des Gutleutengetues memorieren.

• Tantana-Narren starren auf Fanfaroden, harren auf Tiraden-Prominaden. Dann schiffen sie in der Flasche der falschen Fische zur Morgenfrische.

• Der irrlichternde Irrwisch flackert überall dort, wo die lyrischen Derwische flach predigen.

• Die revolutionäre Episode der Sansculotten wird von der ethnopluralistischen Leitkulturideologie als widrig erklärt.

• Gefahndet wird permanent nach den "Wesensfremden" und "Nicht-Dazugehörigen", zum Beispiel dem Islam, der anerkannt wird, aber nur hinter dem Mittelmeer - als mentales

• Den Projektionen, die sich auf der Ebene der humanitären Husaren Bahn brechen, liegt keine Realität zugrunde.

• Provinzieller Neid auf den Schneid der Spätankömmlinge: Sie malen sich einen Rassismus aus, der sich wie Münchhausen gleich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zieht und die von völkischen Normen Abweichenden zur Raison ruft.

Vers-Versuche
   nach gereimtem Genre von Notaten
   aus dem Reich der arischen Aristokraten

I
Zyklopen-Tumult zieht Kreise
am Morgen-Moor grüne Greise
grübeln zwergwüchsig im Chor
beraten über die Raten der Tribute
über triviales Standhalten mit dem Tumor
den der zyklische Chrash beschwor

Auf der Hefe der Privilegien der Homo novus
trompetet die Hominiden zum Superlativ
vor dem Schrebergarten der Honoratioren
   erweist sich als Kreditkartell-kreativ
auf dem Spätabendprogramm der Krisen-Foren
      und stopft alles in den Rachen
als Domänen-Doppel der Drachen
unter der Supernova des Subjekten-Status
   meistert Menschenrechtsmanagement
mit Markt-mental marmoriertem Sentiment
in der Staatsstruktur der vereinzelten Einzelnen

Im Fanfarenfanal fragmentiert
Kommunikation kommt fundiert
   vom Kompost der Comebank
computert vor dem Monitor nobel
   die Political Correctness blank
während der Mentor der Sozialstrukturen
subsumiert die subalternen Systeme
   und die markigen Manifakturen
      mit dem subtilen Suffix Kultur
nach dem Kniefall und knallenger Kontur

II
Was ich im alla-turca-Allerlei vorhabe
wird das dornige Werk meiner Vers-Versuche
mit der gassenmäßig gastfreien Gabe
dem Philosophen gerecht und fein
habe erst einen Heros zu phantasieren
im Konfliktkurs ums kollektive Dasein
dann ernst den Eros zu phrasieren

II
Weit verfehlt und verkehrt in der Maienzeit
Der Herold fragt den Henker nicht
nach dem schweren Hetärenherz
Herkules führt die Horden der Demokraturen
zur Hörigkeit und dem humanitären Schmerz
Alle hurren hinter dem Hurra-Norden her
   schreien nach immer noch Mehr
huren in Schreckscharen allüberall
im hohlen Horizont des Homo oeconomicus
holen die Sterne fort mit Knall
   honorieren den Hautevolee-Zirkus
Huris konkurrieren mit hybriden Huren
      kreieren den Krieg der Kulturen

Als sich der Herr der himmlischen Scharen
   verirrte im kosmischen Wirbelsturm
erblickte er im Zero den Hirtenturm
und entwarf am Vorabend seiner Trophäentage
das artige Armenheer und die Wahlfrage
zwischen Prostitution und den prallen Profiten
ertüftelte das Eigentum und seine Propheten

Seit halbtausend Jahren Weiten der Zeit
trainieren fromme Kreditgeber den Kolonialkrieg
Jede Epoche hat seinen Tyrann und den Pyrrhussieg
Jeder Gott mit eigener Eliminationsart
   im systemisch-manischen Standart
Es triumphiert begnadet der Pontifex maximus
dank des digitalen Daseins des Hesperus
Mephistopheles manifestiert den Markt
und Mäuse-Marasmus als markiges Muß
Aus Furcht vor lebendigem Marx gefriert Jesus
Nach zweihundert Jahren Laissez-aller-Allüren kehrt
der Merkantalismus zurück und vermehrt
Hungerheeren-Humus des Schwarzrocken-Malthus
Jedenfalls ereignet sich im Austausch
   zwischen enteigneten Migranten
und Prädikat-Pastoren der Privatier-Protestanten
das Kriegskrakeel des faulen Humanismus

Geschichten schreiben sich aus Verhältnissen
geschehen in Verhängnissen und Rissen
Gefangen der Homo sapiens in seinem Los
den Scheidewänden des Konsumkosmos

Im Blickwinkel der hiesigen Intelligenzia
manifestiert das Morgenland seinen Bestand
als Mären-Martyrium am Zivilisierten-Rand
   und moralisches Moor der Insania

IV
Die armen Autoren
im Tränenfluß Tonnen schwer
kriechen krumm vor Abendsonnen her
hinter dem Nachtdunkel im Schwarm
unterwegs mit dem Notebook unterm Arm
   als Notebene konformativ
darin das Präfix konservativ
      neo oder poly und post
Kultur und Politik als Suffix zum Trost
Die armen Autoren
hausieren vor dem Blockhaus der Foren
mit normativen Memorial-Novellen
und Klein-Lyrik der Klage-Junioren
stehen hinter der Morgensonne blank
vor dem Nebentor der Nebelbank

Im Spiegel der Agitator der Teutomanen
posiert autonom als Autor des Humanen

V
Zuvor der weiße Invasor
der mit conditio humana hantierte
attackierte den dunklen Mohr
erfand autoritativ die arische Rasse
   lauthals im Evolutionschor
vereint mit der Klerikal-Klasse
führte das Spiel Tabula rasa vor

In der Fortuna-Formation Metropolitan-Lüstlinge
teilen den Eine-Welt-Stammtisch mit Listlingen
Wüstlinge favorisieren den Fetisch der Westlinge
Lehrlinge lernen mit geschwellter Brust
das Pleitier-Politikum und die Kunst der Leerlinge
      die täglich aufs Neue schwören
das Kollektiv-Forum der Brücken-Brigadiers für
   kosmopolitane Kommunikation zu stören

VI
Auf dem kulturalistischen Krisenkurs
glänzt das betonierte Bild des Fremden
am endkapitalistischen Stammtischdiskurs
diktiert der Status-quo-Prophet der Schwarzhemden
Der Pleitier-Paria entfremdet sich
   von Tara humana auf dem Strich

VII
Giganten-Glück strahlen die
Gipfel-Guarillos der Privatier-Partie
aus und auf der Flucht vor dem Ach-Wach
   im kosmischen Klassen-Krach
leben versteckt in der Furchten-Bucht
      vor dem Morgen-
               Aufbrecher
im Fluten-Fluch der Habsucht
und betäubt mit einem Becher Sorgen-
                           Brecher
im Schattenreich der Epauletten-Leute
   träumen von ewigem Heute
            lassen sich nicht stören
wenn sie das Murren von unten hören
beim Versuch von Universalversen
            auf der Revolten-Route
den Heros-Herolden auf den Fersen
den Bambula-Barden
   Kollektiven-Klage-Garden
gegen Elitären-Überfluß
         aufm Humanen-Globus

Apologeten der Apokalypse
Scharlatanen-Schimmel
   unterm sternenarmen Himmel
Schakalen-Spektakel
Schall und Rauch im Hängebauch
      Sprachengewimmel
Schaitanen-Schikane schwer
unterm Schickeria-Schirm
   Gottesstifter im Mittelmeer
      Götzendiener von überall her
Ständestaatshalter stürmen
      das Bodenlose im Unterhaus
memorieren makaber den Merkantalismus
von Levante bis Gibraltar weitet sich aus
      der Unterwassergottesacker

Weiße Philo-Sophia
die Hure der Schickeria
      kritzelt die Freiheit
auf der Jagd nach Freiern
   Privatier-Piraten-Geiern
      sommersonnenweit
mit Klerikal-Kartell im Geleit
   partieren Patronagen
      Parzell um Parzell
die Frucht um das Hell
   den Bravour-Bonus
      und den Surplus

Es siedelt und raucht
Der philanthropische Philosoph sucht
in abgelegener Gedankenbucht
   das Prospekt des Protestes
und Kant-Hegelianer Testes
zur rassististischen Hierarchie des
      Humanen-Geschlechtes

VIII
Zöglinge der eurozentrischen Zombies
   marschieren durch die Finsternis
auf ihrem rostbraun politierten Postament
montiert haben sie an ihrem Firmament
      einen geklonten Mond
in Formation der mentalen Fortuna-Front
   resistent gegen jeden Affront
am metaphysisch Stämmigen-Stammtisch
mit der arisch archaischen Arena identisch
hinter der schalldichten Scheidewand
   im warenförmig fundierten Verstand
und gegenüber der Dialektik der Natur
in Barrikaden gegen Barbaren-Barken
      prahlen sie melancholisch
mit dem Recht der allzeit Starken

Der Verlauf hält an bergab
Auch mit einem Bein im Grab
kommen wir nicht zur Ruhe
      im Glauben an Evolution
an das Gesetz der Revolution
Denn geschlagene Schichten
ergeben sich nicht dem Geschick
         in Geschichten

Am Rand geht der Brand um
Parias paradieren im Zentrum
Das Erdenrund auf der Route
wie eine Raumfähre ins Vakuum
steigt die Flut von Furcht und Flucht
         fruchtet die Sehnsucht
nach dem Rauch der Revolution
im Hohlkopf der Zweibeiner

Menschenmeere im Rücken
wenn wir unentwegt vorrücken
werden wir die Scheidewand
zwischen Nord und Süd überbrücken
die Früchte im Nachbarschaftsgarten
         ohne Furcht pflücken

   

Netzbrücke:

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